Das Freistellen ist eine häufig genutzte Technik bei der Retusche von Fotografien oder bei Fotomontagen. Ein dafür erwähnenswertes Werkzeug ist sicherlich der Zauberstab (Menü Werkzeuge::Auswahlwerkzeuge::Zauberstab) für die Auswahl zusammenhängender Farbbereiche, nämlich genau derjenigen, die störend das Motiv umgeben. Das Werkzeug lieferte aber gerade in den Rand-/Übergangsbereichen nur unzureichende Ergebnisse und funktioniert auch nur dann gut, wenn das auszuschneidende Motiv sich vor einem mehr oder weniger homogenen, andersfarbigen Hintergrund befindet. Ich verwende daher folgende Vorgehensweise: Das freizustellende Motiv wird in eine Ebene mit Alphakanal gelegt (ggf. diesen hinzufügen). Zu dieser fügt man eine Ebenenmaske hinzu (im Ebenendialog mit der rechten Maustaste auf die Motiv-Ebene klicken; Initialisierung mit Weiß). Bei der aktuellen Ebene scheint nun an all den Stellen die darunterliegende Ebene durch, an denen die Ebenenmaske schwarz ist. Dies macht man sich zunutze, indem man nun mit einem schwarzen Pinsel all die Stellen bestreicht, welche das Motiv umgeben und daher entfernt werden sollen.

Prinzipiell könnte man die Umgebung des Motivs auch mit dem Radierer entfernen und bei »Ausrutschern« die Rückgängig-Funktion anwenden (undo). Diese funktioniert allerdings nur während der aktuellen Sitzung und auch nur bis zur eingestellten Anzahl rückgängigzumachenden Operationen (Menü Datei::Einstellungen::Umgebung). Bei der Verwendung der Ebenenmaske können dagegen beliebig oft durch die Verwendung von schwarzer bzw. weißer Pinselfabe Teile der Ebene unsichtbar oder auch wieder sichtbar gemacht werden, da ja nicht der Ebeneninhalt – sprich das Motiv – verändert wird, sondern nur die Maske, welche entscheidet, was von der Ebene sichtbar ist.

Um möglichst exakt zu arbeiten, benutze ich bei der Anwendung des Pinsels eine minimale Ansichtvergrößerung von 400% (Menü Ansicht::Zoom), was natürlich auch abhängig von der Größe des Motivs und dessen Auflösung ist. Dabei bedeutet eine höhere Auflösung nicht automatisch auch eine höhere Genauigkeit, da bei einem zu großen Zoom-Faktor man leicht aus dem Auge verliert, ob eine bestimmte Schattierung noch zum Motiv gehört oder aber zum wegzuschneidenden Bereich. Begonnen wird meist mit einem großen, harten Pinsel (großer Radius mit scharfem Rand) mit dem man das Motiv grob von seiner Umgebung befreit. Um das ausgeschnittene Motiv nicht zu kantig erscheinen zu lassen, verwende ich für den Übergangsbereich, wo man möglichst genau arbeiten sollte, Pinsel mit geringer Härte (unscharfer Rand).

Für die anschließende Anwendung einiger Operation auf die Ebene ist es abschließend noch erforderlich, die Ebenenmaske auf die Ebene anzuwenden (im Ebenendialog mit der rechten Maustaste auf die Motiv-Ebene klicken und entsprechenden Menüpunkt anwohlen), womit die schwarzen Bereiche der Ebenenmaske auf den Ebeneninhalt angewendet werden und in diesem letztendlich transparent erscheinen. Da der ursprüngliche Inhalt der Ebene sowie der der Maske dabei verloren gehen, behalte ich häufig noch eine Kopie der Ebene mit Maske auf und markiere diese als unsichtbar (womit sie das Bild nicht beeinflusst).

Diese Anleitung wurde unter Verwendung von GIMP 2.0.1 erstellt bzw. bezieht sich auf dieselbige Programmversion.