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Mit der Pfad-Funktion von GIMP kann man auf recht einfache Art und Weise Karten oder Stadtpläne zeichnen. Prinzipielle Vorgehensweise dabei ist, die Bereiche und Straßenzüge erst als Pfade zu zeichnen und anschließend dann diese (auf unterschiedlichen Ebenen) entweder zu füllen oder mit einer geeigneten Linienstärke nachzuziehen.
Bevor man mit dem Zeichnen beginnt, sollte man sich zuerst eine Palette mit den Farben für die unterschiedlichen Kartenelemente definieren (Hintergrund/Feld, Wasser, Wald, Wiese, Straßenbegrenzungen, etc.). Damit kann man leicht in allen seinen Karten den gleichen Farbcode nutzen und erhält ein einheitliches Erscheinungsbild. Ich habe mir beispielsweise folgende Farben zusammengestellt:

Beim Überfahren der Farben mit der Maus erscheint ein tool tip mit der Bedeutung der jeweiligen Farbe. Diese kann man auch in der Paletten-Datei nachlesen. Um diese Datei mit GIMP zu nutzen, muss man sie einfach nur unter dem Dateinamen Karten.gpl im Verzeichnis palettes der benutzerdefinierten Einstellungen speichern (bei einer Windows XP Standardinstallation wäre dies C:\Dokumente und Einstellungen\Account\.gimp2.0\palettes, wobei Account durch den eigenen Benutzernamen zu ersetzen ist). Die Palette ist dann sofort nutzbar (nicht vergessen den Auffrisch-Schalter des Farbpaletten-Dialoges zur drücken).
Als nächstes legt man nebenstehende Ebenen an. Der Hintergrund wird komplett mit der Farbe für das Feld (vgl. oben) gefüllt. Dann gibt es jeweils eine Ebene für die unterschiedlichen Flächen (Wald, Siedlung, Wasser, etc.). Für die Straßen braucht man je nach dem zwei oder drei Ebenen (mehr dazu weiter unten); ebenso für die Bahnlinien. Im Falle einer Anfahrtsskizze, in der ein bestimmte Weg gekennzeichnet werden soll, braucht man noch eine extra Ebene für die Route. Ganz oben auf befindet sich die Ebene mit den Beschriftungen (Straßen- und Ortsnamen, Symbole, etc.).
Nun macht man sich daran, die Linien (Straßen, Eisenbahn, Flüsse, Wege) und die Umrandungen der Flächen (Wald, Siedlung, Seen, Gebäude) zu zeichnen – das ist die eigentliche Hauptarbeit (vgl. links stehenden Auszug einer Pfadansicht). Ist man damit fertig, geht es daran, die Karte einzufärben. Man beginnt am besten mit den Flächen (obwohl die Reihenfolge eigentlich egal ist). Dazu wählt man zuerst im Ebenen-Dialog die Ebene aus, auf welche die Farbe kommen soll, z.B. der Wald. Über den Paletten-Dialog wählt man die entsprechende Fabe (vgl. oben). Im Pfad-Dialog wählt man jetzt über das Kontextmenü des zugehörigen Pfades (in dem Fall Wald) den Menüpunkt Pfad zur Auswahl. Im Zeichenfenster wählt man schließlich das Füllwerkzeug (Werkzeuge::Malwerkzeuge::Füllen) und füllt die ausgewählte Fläche. Will man noch eine Umrandung um die Fläche (beispielsweise bei Gebäuden), lässt man einfach die Auswahl aktiv, stellt die Farbe für den Rahmen ein (im Fall der Gebäude ein etwas dunkleres Grau), wählt aus dem Dialog für die Pinselauswahl eine geeignete Pinselstärke aus (z.B. 1 Punkt), und ruft im Pfad-Dialog über das Kontextmenü des gleichen Pfades den Menüpunkt Pfad nachziehen auf. Wichtig ist hierbei, dass die Auswahl um den Pfad herum weiterhin aktiv sein muss, da der Rand sonst zu verschwommen wird.
Die Straßen und Flüsse werden ebenfalls mit dem Menüpunkt Pfad nachziehen erzeugt. Bei den Straßen kommt die Besonderheit hinzu, dass sie eine Fahrbahnbegrenzung haben sollen und Autobahnen bzw. Schnellstraßen zusätzlich einen Mittelstreifen. Dazu arbeitet man mit drei Ebenen: auf der untersten (Straßenbegrenzung) zieht man für sämtliche Straßen den Pfad mit einem Grau und einer Pinselstärke von beispielsweise 5 Punkten mit scharfen Rand nach. Die Stärke hängt dabei im Wesentlichen von der Größe der Karte ab; Autobahnen dann entsprechend etwas breiter, Nebenstraßen etwas schmaler. Auf der darüberliegende Ebene zieht man dann mit einem schmaleren Pinsel (in dem Fall 3 Punkte) den Straßenbeleg nach. Dafür wird entweder Weiß genommen oder für die größeren Straßen Gelb. Durch die Überlagerung des etwas schmaleren Straßenbelages über der Ebene mit der Umrandungsfarbe entsteht nun der Effekt, dass die Straße einen Fahrbahnrand bekommen hat; durch die Verwendung des immer gleichen Pfades, nur mit unterschiedlichen Strichstärken, ist die Deckungsgleichheit der beiden Bestandteile garantiert. Die dritte Ebene ist für die Autobahnen und Schnellstraßen: auf ihnen wird der Pfad wieder in der Umrandungsfarbe und mit der Stärke 1 nachgezogen.
Analog wird bei der Eisenbahnlinie vorgegangen. Die Querstreifen zeichne ich von Hand rein (falls hier jemand eine bessere Idee hat wäre über eine Mitteilung darüber sehr dankbar). Die kleinen Abschnitte der Eisenbahnlinie, die über eine Straße laufen, habe ich aus der Bahnlinienebene herauskopiert und in einer zweiten Bahnlinienebene eingefügt, welche oberhalb der Straße angesiedelt ist (in obigem Ebenendialog nicht dargestellt).
Für die einzuzeichnende Route wählt man einen Pinsel mit weichem Rand und einer Stärke, die etwas breiter ist als die Straße, über die sie läuft (ca. 4-6 Punkte mehr). Als Farbe nimmt man irgend einen auffälligen Wert, der nicht schon im Rest der Karte vorkommt. Damit die unter der Route liegenden Straßen noch erkennbar sind, setzt man anschließend die Transparenz der Routen-Ebene auf 36.
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Generelle Bemerkungen zur Nutzung von Pfaden (GIMP 2.0.1)
Eine Pfad-Ebene kann beliebig viele geschlossene als auch offene Einzelpfade enthalten. Zur Erstellung eines offenen Pfades klickt man im Bearbeitungsmodus Design (vgl. Abbildung rechts) für den ersten Punkt an entsprechender Stelle in die Zeichenfläche. Jeder weitere Punkt wird an diesen bereits angefangenen Pfad durch weitere Klicks in die Zeichenfläche hinzugefügt. Der zuletzt gesetzte Punkt ist dabei immer selektiert; an diesem Punkt wird der Pfad fortgesetzt. Wählt man einen Punkt in der Mitte eines Pfades an (das Pfadwerkzeug ändert sein Bearbeitungssymbol zu dem Bewegungssymbol), so wird beim nächsten Klick irgendwo in die freie Zeichenfläche ein neuer (offener Pfad) begonnen. Bereits gesetzte Punkte können per drag&drop verschoben werden; beim gleichzeitgen Gedrückthalten der Alt-Taste, wird nicht nur der Punkt, sondern der ganze (Einzel-) Pfad verschoben. Geschlossene Pfade erhält man, indem man die Strg-Taste gedrückt hält und den Anfangspunkt anklick (das Pfardwerkzeug ändert sein Bearbeitungssymbol zu einem kleinen Hufeisen oder Magneten). Zwischenpunkte kann man einfügen, indem man die Strg-Taste gedrückt hält und auf irgendeine Verbindungslinie des Pfades klickt (Bearbeitungssymbol ändert sich zu einem Pluszeichen).
Im Bearbeitungsmodus Bearbeiten (vgl. Abbildung oben) können wie eben beschrieben ebenfalls Zwischenpunkte hinzugefügt werden oder bestehende Punkte bzw. der ganze (Einzel-) Pfad verschoben werden. Zusätzlich können geschlossene Pfade geöffnet werden oder einzelne Punkte gelöscht werden. Dazu hält man die Umstelltaste (Shift-Taste) gedrückt – das Bearbeitungssymbol ändert sich zu einem Minuszeichen – und klickt entweder auf eine Verbindungslinie (= Öffnen des Pfades) oder einen Punkt (Löschen eines Punktes).
Im Bearbeitungsmodus Verschieben können lediglich ganze (Einzel-) Pfade verschoben werden. Damit kann die gleiche Funktion ausgeführt werden, wie durch das Gedrückthalten der Alt-Taste in den beiden oben beschriebenen Bearbeitungsmodi.
Bisher haben wir nur eckige Pfade erstellt (Polygonal war aktiviert; vgl. Abbildung oben). Es lassen sich aber bezierartige Pfade bzw. bezier-eckig-gemischte Pfade erstellen. Dazu geht man in den Bearbeiten-Bearbeitungsmodus und deselektiert das Polygonal-Feld. Fährt man nun über einen Stützpunkt erscheint als Bearbeitungssymbol eine Hand mit ausgestrecktem Zeigefinger. Zum Erzeugen einer Rundung versucht man einfach den (eckigen) Stützpunkt mit der Maus zu verschieben: es erscheint ein Griffpunkt am Ende einer gepunkteten Linie. Wiederholt man diesen Vorgang, so kann man einen zweiten Griffpunkt herausziehen. Diese Griffpunkte lassen sich einzeln verschieben und bestimmten durch ihre Länge und Richtung die Rundung jeweils einer der an den Stützpunkt anschließenden Linien. Die Griffpunkte lassen sich auf die gleiche Weise löschen, wie einzelne Stützpunkte: man hält die Shift-Taste gedrückt und klickt dann auf den entsprechenden Punkt. Will man beide Griffpunkte synchron bewegen, d.h. in einem Winkel von 180° zueinander und mit gleicher Länge, um eine richtige Bezierkurve ohne Knick zu erzeugen, so klickt man einen der Griffpunkte an und hält während man diesen verschiebt, die Shift-Taste gedrückt.
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Diese Anleitung wurde unter Verwendung von GIMP 2.0.1 erstellt bzw. bezieht sich auf dieselbige Programmversion.
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