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Von Urlaubsreisen oder Ausflügen bringe ich von der »klassischen Aufnahme« einer
Sehenswürdigkeit oft nur eine Postkarte mit. Die Überlegung dabei ist, dass Postkarten meistens von Profis unter optimalen Bedingungen oder aus mir unzugänglichen Perspektiven geschossen wurden, so dass ich die Aufnahmen in der Qualität eh nicht reproduzieren könnte (Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel ). Auch ist es sehr häufig der Fall, dass in Museen oder Ausstellungsräumen nicht fotografiert werden darf, so dass ich in dem Fall auch ganz gerne auf komplette Postkartenserien (vgl. nebenstehende Abbildung), wie sie in Souvenirläden angeboten werden, zurückgreife.
Bei der Gelegenheit möchte ich auf die Beachtung des Copyrights hinweisen, welchem die meisten Postkarten unterliegen. Aus diesem Grund kann es also dennoch sinnvoll sein – wenn man beispielsweise das Motiv im Internet verwenden möchte – eine eigene Aufnahme von der Sehenswürdigkeit zu schießen.
Beim Scannen der Postkarten – beispielsweise für das persönliche, digitale Fotoalbum – tritt allerdings ein herstellungsbedingter unschöner Rasterungseffekt auf. Im Gegensatz so normalen Fotoabzügen oder auch der Drop-Modulation-Technik bei Tintenstrahldruckern wird beim Druck von Postkarten (oder von Bildbänden) eine Rastertechnik verwendet, deren charakteristisches Muster unten in Abbildung 1 zu sehen ist (mit einer guten Lupe kann man die einzelnen »Punkte« auch direkt auf der Postkarte wahrnehmen). Einfaches Herunterskalieren des Bildes lassen die Rasterung, wie in Abbildung 2 zu sehen, nicht verschwinden und liefert ein sogenanntes Moiré-Muster. Auch die Verwendung einer niedrigeren Auflösung beim Scannen behebt das Problem nicht. Im Gegenteil, teilweise wird der Effekt noch verstärkt und führt zu einem unregelmäßigerem Muster.

| Abb. 1: Vergrößerte Darstellung (200%) der mit 600 DPI gescannten Postkarte (3900 × 2670 Punkte). |
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Abb. 2: Resultat nachdem das Bild auf 1600 × 1095 Punkte skaliert wurde. |
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Abb. 3: Resultat nachdem das Bild auf 1600 × 1095 Punkte skaliert wurde, diesmal aber nach vorhergehender Anwendung des Weichzeichners. |
Um dennoch ein ansprechendes, d.h. mit dem Scan eines Fotoabzuges vergleichbares Ergebnis zu erhalten, verwende ich den Gaußschen Weichzeichner von GIMP. Die Postkarte ist mit einer möglichst hohen Auflösung einzuscannen bzw. mit mindestens einer Einstellung, bei der sich die einzelnen »Punkte« des Fotos noch deutlich voneinander abzeichnen. Ein guter Erfahrungswert bei normalen Postkarten sind 600 DPI. Auf das so erhaltene Ausgangsmaterial wendet man einen Weichzeichner an (z.B. der Menüpunkt Filter::Weichzeichnen::Gaußscher Weichzeichner RLE). Der einzugebende Radius orientiert sich an dem Duchmesser der »Punkte«. Ein ganz guter Wert bezogen auf Postkarten ist 5. Das Resultat sind kontinuierliche Farbflächen, wobei das so erhaltene Bild naturgemäß einige Unschärfen aufweist. Diese können allerdings durch eine direkt anschließende Anwendung des Scharfzeichners (z.B. mit einem Wert von 35) gemindert werden. Eine zusätzliche Verbesserung bringt das herunterskalieren und nochmalige Anwenden des Scharfzeichners. Ich persönlich skaliere beispielsweise meine Postkarten immer auf die Auflösung meiner Digitalkamera herunter, so dass alle meine Fotos annährend die gleichen Dimensionen/Punkte haben.
Diese Anleitung wurde unter Verwendung von GIMP 2.0.1 erstellt bzw. bezieht sich auf dieselbige Programmversion.
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