Beim Scannen eines Textes oder einer einfarbigen Abbildung auf farbigem Hintergrund (beispielsweise von einer Quittung oder einem Flugblatt) hat man oft die Qual der Wahl: entweder man scannt es im Schwarzweiß: dann geht die Farbinformation von dem Hintergrund verloren, oder aber man scannt es im Echtfarbenmodus, dann stellt sich der Hintergrund (oder auch der Text) im Gegensatz zum Original – je nach Qualität des verwendeten Scanners – nicht als homogene Fläche dar, wie in der rechten obere Abbildung zu sehen. Mit einem geringen Mehraufwand und zwei Scan-Vorgängen kann man das Problem leicht lösen (in der unteren Abbildung zu sehen).
Im ersten Durchgang scannt man das Dokument im Schwarzweißmodus – der Hintergrund wird zu Weiß und der Text zu reinem Schwarz. Dieses Resultat kopiert man nun in ein neues Dokument, eine Ebene oberhalb der Hintergrundebene. Über den Menüpunkt Auswahl::Nach Farbe wählt man nun alle weißen Bildpunkte aus (einfach mit dem Mauszeiger irgendwo auf eine weiße Fläche klicken) und löscht diese durch Strg-X. Die ehemals weißen Flächen sind nun transparent so dass an ihnen die Hintergrundebene durchscheint.
Diese Ebene gilt es als nächstes mit der Farbe des Papiers zu füllen. Den Farbcode dafür erhält man, indem man ein Stück von der Vorlage, auf dem sich kein Text befindet, im Echtfarbenmodus scannt. Als Ausschnittsgröße nimmt man beispielsweise 200 × 200 Punkte. Auf das Resultat wendet man den Gaußschen Weichzeichner an (Menüpunkt Filter::Weichzeichnen::Gaußscher Weichzeichner RLE/IIR). Als Weichzeichnerradius verwendet man gerade die Ausschnittsgröße, also in unserem Fall 200 × 200 Punkte. Das Ergebnis ist eine entsprechend (nahezu) homogene Farbfläche, von der nur noch mit der Farbpipette der Farbcode abgenommen werden muss. Mit dieser Farbe wird schließlich die Hintergrundebene des Textes gefüllt. Abschließend kann man das ganze dann noch auf die gewünschte Größe skalieren (sollte aber erst am Schluss erfolgen, da sich ein zu frühes Antialiasing störend beim Entfernen der weißen Bildpunkte auswirken würde).

Diese Methode eignet sich natürlich auch, wenn man einfach nur von einer farbigen Vorlage den (ungefähren) Farbcode in Erfahrung bringen möchte.

Diese Anleitung wurde unter Verwendung von GIMP 2.0.1 erstellt bzw. bezieht sich auf dieselbige Programmversion.