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Beschäftigt man sich etwas intensiver mit der Fotografie, so merkt man schnell, dass man neben der Kamera als zentrales Element dieser Domäne noch einige weitere Dinge benötigt, um das Gerät optimal zu nutzen und den unterschiedlichen Motivanforderungen gerecht zu werden.
Canon PowerShot S10 – Historie
Das wichtigste beim Fotografieren ist zweifelsohne die Kamera. Angefangen habe ich meine digitale Fotopraxis im August 2000 mit der damals im Mittelfeld rangierenden Canon PowerShot S10. Durch ihre kompakte Bauweise kann man sie bequem überall hin mitnehmen; ein für mich zum Kaufzeitpunkt entscheidendes Kriterium. Eine knappe handvoll Automatikprogramme für typische Situationen – z.B. Landschafts-/Nachtaufnahmen, lange Verschlusszeit – machen die Bedienung der Kamera einfach. Ihre 2,1 Megapixel waren für meine damaligen Bedürfnisse lange Zeit völligcan
ausreichend.
Canon PowerShot Pro90 IS – Historie
Nach circa 5.000 mit der S10 gemachten Fotos haben sich allerdings die Ansprüche etwas geändert: die Einflussnahme auf Blende und Belichtungszeit war mit den Automatikprogrammen doch ziemlich eingeschränkt, die maximale Belichtungszeit von 2 Sekunden zu kurz und vor allem die Brennweite häufig nicht ausreichend. Die schon für damalige Maßstäbe (Mai 2002) geringe Pixelanzahl empfand ich dabei allerdings nie als sonderlich störend, weshalb der Griff nach einem etwas leistungsfähigeren Gerät dann auch nur eine unwesentlich höhere Auflösung mit sich brachte. Meine Wahl fiel dabei auf das Auslaufmodell Canon PowerShot Pro90 IS. Zum Einen natürlich, weil sie sämtliche gewünschten Eigenschaften erfüllte, zum Anderen weil ich Canon aufgrund meiner guten Erfahrungen (nicht nur im Kamerabereich) treu bleiben und meine CompactFlash-Speicherkarten weiterbenutzen wollte (halbwegs vergleichbare Alternativmodelle benutzten damals SmartMedia-Karten).
Canon EOS-300D – aktuelles Gerät
Meine Erfahrungen mit beiden Geräten waren durchweg positiv. Nichtsdestotrotz sind nach ca. 7.300 Aufnahmen mit der Pro90 meine persönlichen Anforderungen weiter gestiegen. Man kann nicht sagen, dass ich mit dem Gerät wirklich unzufrieden war, nur ab und zu stimmte mich die Auslöseverzögerung und die mangelnde Qualität bei den ISO-Wert jenseits der 50 doch etwas nachdenklich. Auch über die Tatsache, dass das Objektiv fix im Gehäuse integriert war, grübelte ich bisweilen nach. Beruhigt hatte ich mich bis dato immer dadurch, dass ich ein recht gutes Preisleistungsverhältnis vorliegen hatte.
Dies wurde allerdings jäh gestört, als Canon um die Jahreswende 2003/2004 eine neue digitale Spiegelreflexkamera zu einem sensationellen Preis auf den Markt gebracht hatte. Schließlich hatte ich mich Anfang April 2004 zum Kauf desselbigen Gerätes, der Canon EOS-300D, entschlossen. Bei dieser Kamera stimmte einfach alles: der Preis, der Funktionsumfang, die Leistungsmerkmale, die Bedienung, die Geschwindigkeit, die Möglichkeit der Nutzung von Wechselobjektiven. Und was noch als sehr positiv hinzu kam: ich konnte sowohl meine Filter, Speicherkarten, als auch die Akkus von der Pro90 an der EOS-300D weiternutzen. Neben dem mit der Kamera mitgelieferten 18-55mm Objektiv, dessen Brennweite man aufgrund des im Vergleich zum Kleinbildformat kleineren CCD-Sensors mit dem Faktor 1,6 multiplizieren muss, um den Wert der kleinbildäquivalenten Brennweite zur erhalten (29-88mm), fehlte mir zu meinem Glück nur noch ein Telezoom-Objektiv. Ich entschied mich für das Canon EF 75-300mm 1:4-5.6 III USM, welches mir unter Berücksichtigung des bereits angesprochenen Brennweitenverlängerungsfaktors eine Brennweite von 120-480mm erlaubt. >
Soweit zu meiner persönlichen Kameraauswahl. Wer sich generell über Digitalkameras im Web informieren möchte, wird schnell fündig, z.B. einfach mal mit Google nach »canon powershot s10 review« oder einem anderen Modell suchen lassen. Eine wohlgemerkt englischsprache Internet-Präsenz, die ich zur Informationsbeschaffung empfehlen kann, ist Digital Photography Review. Auf ihr werden Tests und Erfahrungsberichte, die über die technischen Daten der Hersteller hinausgehen, übersichtlich und mit vielen Abbildungen (nicht nur von der Kamera selbst, sondern auch von Fotos, die man mit ihr machen kann) dargestellt. Besonders herauszuheben ist für Kaufwillige der Buying Guide, in dem man nach Kameras mit bestimmten Kiterien suchen lassen kann (features search) oder aber auch individuell ausgewählte Modelle in einer Tabelle vergleichend nebeneinander darstellen lassen kann (side-by-side).
Wer seine Kaufentscheidung im Wesentlichen von der Auflösung und der Brennweite der neuen Kamera abhängig macht, dem seien noch zwei Abschnitte auf den Folgeseiten empfohlen: der eine beschäftigt sich mit einer Erörterung über den Ausgleich fehlender Brennweite durch mehr Megapixel, der andere mit der minimal notwendigen Auflösung für Ausdrucke und Abzüge.
Obwohl es eigentlich nur »Beiwerk« ist, kommt man nicht ohne es aus: das Zubehör. Für manche Aufnahmen sind gewisse Utensilien wie beispielsweise ein Stativ unabkömmlich. Anderes, von der analogen Fotografie her bekanntes Zubehör, wie (Effekt-) Filter oder Weichzeichner, sind dagegen in der Digitalfotografie durch die Möglichkeiten der digitalen Bildnachbearbeitung weitestgehend überflüssig.
(Redaktioneller Hinweis: Der Rest dieses Abschnitts wird derzeit überarbeitet und ist demnächst wieder verfügbar.)
Ganz losgelöst von der Vergangenheit und seiner meist nicht virtuellen Umwelt kann man in der Regel seine digitale Bilderwelt nicht betreiben, weshalb ein Scanner selbst für den Hobby-Fotografen meist unabdingbar ist. Nicht selten (zumindest bei mir) muss mal eine Ansichtskarte, ein Fotoabzug von einem Freund oder eine Eintrittskarte von der analogen Welt in das Reich der Bits und Bytes übertragen werden. Mittlerweile gibt es dafür ja aber auch recht preisgünstige Flachbettscanner. Mit meinem CanoScan FB630P von Canon, einem etwas älteren aber recht kompakten A4-Gerät, arbeite ich schon seit Jahren. Seine maximalen 600 DPI Scan-Auflösung und die Anbindung über den Parallelport sind zwar nicht der Status-quo, aber für die meisten meiner Anwendungen ausreichend.
Um meine alten, analogen Aufnahmen mit einer etwas besseren Qualität als mit einem Positiv-Scan des Fotoabzuges bei 600 DPI ins digitale Bildarchiv zu transferieren, habe ich mir für meine Kleinbildnegative und Dias von reflecta den ProScan 4000 zugelegt, welcher angesprochene Medien mit einer maximalen Auflösung von 3600 DPI direkt digitalisieren kann (resultierende Bildgröße ist ca. 3400×5100 Punkte, was gute 17 Megapixel sind). Das Gerät ist zwar kein Sprinter unter den Dia-/Negativ-Scanner und kann auch keine ganzen Dia-Magazine verarbeiten, aber auch hier haben mich das Preis-Leistungsverhältnis des Produktes überzeugt und letztendlich zum Kauf bewogen. Positiv hervorzuheben sind bei dem Gerät die meiner Meinung nach beim Negativ-Scannen unabdingbare ICE-Technologie¹, die automatische Farbkorrekturfunktion ROC², sowie die Möglichkeit ganze Negativrollen am Stück (unzerschnitten) einzulesen. Es können zudem Dia-Rahmen sowohl mit als auch ohne Glasscheiben verarbeitet werden.
Tipp: Wenn man von »alten« Negativen spricht, kann es schon mal vorkommen, dass man sich mit damals »hippen« Filmformaten wie dem Pocket-Film (17 × 14 mm) oder den Kodak Disc Negativen (15, im Kreis auf einer Scheibe angeordnete Bilder des Formats 10 × 8 mm) herumschlagen muss. Um auch diese »unüblichen« Formate mit meinem Negativscanner zu bearbeiten, habe ich die Negative zerschnitten und in einem Dia-Rahmen mit Glasscheiben dem Scanner zugeführt. Wegen des geringeren Formats kann man in einem Rahmen gleich mehrere der Negative platzieren, z.B. beim Pocket-Film zwei Stück, beim Disc-Film vier.
¹ ICE = digital image correction enhancement. Scanner-Technologie, welche selbständig beim Scan-Vorgang durch Kratzer, Fingerabdrücke oder Staub verursachte Bildfehler automatisch retuschiert.
² ROC = digital reconstruction of color. Software-Technik zur automatischen Korrektur verblaßter oder verfälschter Fraben beim Scannvorgang (z.B. bei alten Negativen).
Wenn man im Innenbereich fotografiert, ist man meist mit schlechten Lichtverhältnissen konfrontiert, so dass das Blitzlicht zum Einsatz kommt. Ist dessen Verwendung für Schnappschüsse und spontane Aufnahmen noch ausreichend – ja, sogar unabdingbar – bringt es bei inszenierten Motiven (mit einer Hobby-Ausrüstung) doch einige Probleme mit sich. Oft kommt es vor, dass wenn man sich zu nah an dem Objekt befindet, der Blitz das Bild zu sehr aufhellt, oder aber der Raum bei weiter entfernten Motiven nicht genug ausgeleuchtet wird. Hinzu kommt, dass durch die Verwendung des Blitzlichts die Helligkeit des resultierenden Bildes nicht über den LCD-Monitor der Digitalkamera vor der Aufnahme kontrolliert werden kann. Im Gegensatz zur konventionellen Fotografie, hat man lediglich noch den Vorteil, dass man das gemachte Bild gleich anschauen, ggf. löschen und das Motiv »zum Nulltarif« mit anderen Einstellungen erneut aufnehmen kann.
Profis verwenden hier externe Blitzlichter oder spezielle Fotolampen zum Ausleuchten. Dieses Vorgehen ist zum Einen nicht ganz billig, zum Anderen bieten nicht alle Digitalkameras die Möglichkeit, einen externen Blitz anzuschließen (ist meist nur bei den Modellen in der gehoberenen Preisklasse der Fall). Abhilfe könnte noch durch spezielle externe Blitzgeräte geschaffen werden, die über eine Fotozelle und den Lichtimpuls des in die Kamera eingebauten Blitzes ausgelöst werden.
Als eine preiswerte und für den Hobbyfotografen ebenso ausreichende Alternative verwende ich Halogenstrahler (Arbeitsleuchte) aus dem Baumarkt. Beispielsweise kosten von der Elektrozubehör-Firma düwi nebenstehend abgebildete Strahler ca. 28 € mit Dimmer bzw. 36 € mit Stativ. Ganz praktisch ist der am Kabel eingebaute Dimmer, mit dem die Lichtstärke stufenlos geregelt werden kann, um beispielsweise unter Mitwirkung einer zweiten Lampe diverse Beleuchtungseffekte zu erzielen. Bereits mit einer der jeweils 500 Watt leistungsstarken Lampen ist es möglich, einen völlig dunklen, 18 m² großen Raum soweit auszuleuchten, dass eine Aufnahme ohne Blitzlicht möglich ist. Dadurch kann bereits vor der Aufnahme, das Spiel von Licht und Schatten bzw. die Helligkeit im LCD-Monitor der Kamera kontrolliert werden.
Als Effektlicht (z.B. Haarlicht) oder kleiner Spot eigenen sich die günstigen Klemmlampen. Unterschiedliche Birnen – 25, 40 oder 60 Watt – sorgen für angepasste Lichtverhältnisse. Man könnte zwar nachträglich auch einen Dimmer an das Kabel montieren, diese sind allerdings mit circa 22 € recht teuer. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass die Lampe ein Metallgehäuse hat, da meist nur diese auch gefahrlos mit 60 Watt Strahlern bestückt werden können (Hinweis findet man auf dem Typschild der Lampe).
Um Schlagschatten des Motivs zu vermeiden, bietet es sich an, zwei oder mehrere Lampen zu verwenden. Oder man strahlt die (weiße/helle) Zimmerdecke an. Durch die indirekte Beleuchtung erhält man so eine gleichmäßigere Lichtverteilung.
Halogenlampen haben im Allgemeinen eine Farbtemperatur zwischen 3200° und 3600° Kelvin. Um die erzeugte Lichtstimmung möglichst genau festzuhalten, sollte man daher für eine mit den Halogenstrahlern ausgeleuchtete Szene am Besten den manuellen Weißabgleich »Glühlampenlicht« (Canon PowerShot) wählen, der auf eine Farbtemperatur von 3400° Kelvin ausgelegt ist.
Ein zu berücksichtigender Grundsatz in der Fotografie ist, dass kleine Lichtquellen scharfe, dunkle Schatten erzeugen, große Lichtquellen sorgen hingegen für helle, weiche Schatten.
Oben erwähnter Baustrahler wie auch professionelle Studioleuchten/-blitzgeräte haben manchmal – je nach gewünschter Bildkomposition – den Nachteil, dass die erzeugten Schatten aufgrund der vergleichsweise geringen Strahlungsfläche der Leuchten nicht weich genug sind. Der professionelle Fotograf verwendet in solchen Fällen sogenannte Diffusor-Boxen – eine weiße, lichtdurchlässige Projektionsfläche, die vor der Lichtquelle montiert wird wobei durch schwarze, lichtundurchlässige Seitenteile sich das Licht nur nach vorne ausbreiten kann – oder Reflexionsschirme/-flächen für eine indirekte Beleuchtung.
Nun sind diese Boxen oder Schirme, wie so ziemlich alles Fotozubehör, nicht gerade billig, mal davon abgesehen, dass sie sich nur in den seltensten Fällen problemlos auf unseren oben erwähnten Baustrahler montieren lassen. Eine günstige Alternative ist einfaches Butterbrotpapier: es ist lichtdurchlässig und vergrößert die Leuchtfläche auf knappe 30 × 30 cm. Bei einer handelsüblichen Rolle mit 28 cm Breite und einer Länge von 10 m können auch lange, schmale Leuchtflächen erzeugt werden, wobei es hier allerdings eine natürliche Grenze durch die Leuchtkraft des Baustrahler zu berücksichtigen gilt (der Rand der Fläche ist bei großen Ausmaßen dann nicht mehr ganz so hell wie direkt vor der Leuchte).
Mit nahezu gleichen Leuchteigenschaften kann man auch des etwas festere Transparentpapier, wie es häufig von Architekten verwendet wird, benutzen. Dies gibt es in unterschiedlichen Farben und vor allem auch in größeren Formaten: eine 63 cm × 10 m Rolle transparent weiß kostet beispielsweise im Bürofachhandel 14,99 € (05.02.2002, Staples). Da das Papier alleine aber nicht vor der Lichtquelle fixiert werden kann, muss man sich noch einen Rahmen bauen. Dazu habe ich, um ein leichtes Gestell zu erhalten, Eisendraht (1,8 mm ø) verwendet; die einzelnen Streben wurden mit normalen Lötzinn verbunden. Zur Befestigung an dem Scheinwerfer wurden die vier losen Enden der Box jeweils zu einem kleinen Haken gebogen, um sie in eine bereits vorhandene Aussparung im Gehäuse einzuhängen (vgl. kleiner Bildausschnitt). Die Seiten habe ich mit Fotokarton beklebt. Vorsicht! (Bau-) Strahler werden sehr heiß und können Papier und Pappe entzünden! Daher ist auf ausreichend Abstand zwischen dem Strahler und dem Papier der Leuchtfläche zu achten! Auch sollte aufgrund der Wärementwicklung die Box den Strahler nicht umschließen. Wie in der Abbildung dargestellt, habe ich einen großen Teil um den Strahler herum offen gelassen. Das erzeugt zwar in einigem Abstand einen »Strahlenkranz«, der hat sich bei mir aber bisher noch nicht als störend erwießen, weil er meist weit außerhalb des Motivbereichs liegt.
Auch bei kleineren Strahlern (Effektlicht) kann sich ein Diffusor durchaus bezahlt machen (es ist wieder auf ausreichend Abstand und Belüftung zu achten!). Um den Lack der Lampe beim Anbringen bzw. Abnehmen des Diffusors nicht zu verkratzen, habe ich in nebenstehend abgebildeter Konstruktion die am Strahlergehäuse anliegenden Drahtteile mit schwarzem Schrumpfschlauch überzogen (gibt es in Elektronikläden als Meterware). Bei längerer Betriebsdauer der Lampe fängt das Plastik allerdings an, auf dem Metallgehäuse schwarze Striemen zu hinterlassen.
Um beim Ablichten glänzender Gegenstände unerwünschte Reflexionen weitestgehend zu vermeiden, packt man nicht die Lichtquelle in eine Diffusor-Box sondern das Motiv: aus dem zuvor genannten transparenten Papier baut man sich einen Kegel (vgl. Schnittmuster in der Abbildung), der oben eine Öffnung für das Objektiv hat. Beleuchtet wird das Ganze dann von außen mit einer oder mehreren Lichtquellen.
Bei Münzen vielleicht noch der Tipp, das Objekt in einem möglichst flachen Winkel von der Seite zu beleuchten, damit durch den dabei auftretenden Schatten die Prägung besser zu Geltung kommt.
Ebenso wie eine Diffusor-Box lassen sich auch verschiedene Reflexionsschirme aus einfachen Mitteln selbst herstellen. Wohl bekanntester Trick ist, mit dem Blitz gegen die (weiße) Zimmerdecke zu Blitzen, um so eine indirekte Bleuchtung über eine recht große Reflexionsfläche zu erhalten. Funktioniert natürlich nur bei schwenkbarem Blitzlicht, was bei den eingebauten Exemplaren nur selten der Fall sein dürfte. Und natürlich darf die Decke auch nicht zu hoch sein (wegen der Lichtstärke des Blitzes und bei sehr kurzen Belichtungszeiten wegen der Laufzeit des Lichtes). Ebenso bekannt ist wohl auch die Verwendung einer Styroporplatte, die es für ein paar Cent im Baumarkt gibt (z.B. in den Maßen 100 × 50 ×2 cm). Aber auch jede andere helle, matte Fläche eignet sich zur Reflexion, beispielsweise ein aufgehängtes großes, weißes Leintuch oder die silbrige Seite von den Isolationsplatten, die oftmals hinter Heizungen angebacht werden. Ungeeignet sind Spiegel oder auch Staniolpapier, da sie weniger eine homogene großflächige Lichtquelle wiedergeben, sondern die Lichtquelle an sich spiegeln. Das Alupapier kann man doch noch brauchbar machen, indem man es heftig zerknüllt und dann wieder glattstreich (am Besten verwendet man noch die matte Seite). Ganz brauchbar ist auch eine Rettungsdecke wie man sie in jedem Kfz-Verbandskasten vorfindet. Neben der silbrigen hat man hier auch noch eine goldfarbene Seite zur Verfügung. Auf einen Karton oder die Styroporplatte gespannt stellt sie eine wesentlich günstigere Alternative zu den kommerziell erwerbaren Reflektorflächen dar.
Während man mit Reflektoren die Strahlen einer Lichtquelle zurückwirft oder umleitet, um so das Motiv indirekt zu beleuchten, kann manchmal auch der gegenteilige Effekt erwünscht sein: es soll kein reflektiertes Licht auf das Motiv zurückfallen. Zu diesem Zweck verwendet man sogenannte Lichtschlucker, meist eine schwarze, nicht-reflektierende Fläche. Meine preisgünstige Variante eines solchen Hilfsmittels ist Plakatkarton, den es mit den Maßen 97 × 69 cm für knapp 2 € im Bürofachmarkt (Großhandel) gibt. Die Oberfläche ist tiefschwarz, leicht rauh und erfüllt damit hervorragend die Eigenschaften einer mattierten, lichtschluckenden Fläche. Obwohl der Karton recht dick ist, kann man ihn zur Stabilisierung auf die eine Seite der Styroporplatte (vgl. oben) kleben und hat damit einen kombinierten Reflektor/Lichtschlucker. Für die Klebearbeit verwendet man am Besten entweder doppelseitiges Klebeband (für Teppichböden) oder Styroporkleber. Im letzteren Fall würde ich aber davon abraten, eine der handlichen 35 g Tuben des populären Herstellers mit dem gefiederten Eulentier im Logo zu verwenden, da dies aufgrund der erforderlichen Menge schnell ins Geld gehen kann. Günstiger ist da schon der Kauf von Spezialkleber zur Befestigung von Styroporplatten an der Decke. Die Paste gibt es im Bottich, ist mit einer Spachtel aufzutragen und kostet in der kleinsten Portionierung (1 kg) so um die 4,70 €, also knapp das gleich wie für die oben erwähnte 35 g Tube.
Für größere Flächen, die das Licht schlucken sollen, kann man analog zu den Reflektoren auch dunkle Stoffbahnen verwenden, vorzugsweise lichtundurchlässiges schwarzes Material (z.B. eine schwarze Wolldecke).
Wie von Modeaufnahmen allgemeinhin bekannt spielt bei der Bildkomposition die »location«, vor der die Modells posieren, eine entscheidende Rolle. Mir stellte sich das Problem im Kleinen bei der Wahl eines geeigneten Hintergrundes für Produkt- oder Detailaufnahmen. Was ich auch wählte – Fußboden, Tischplatte oder Vorhang –, meist hatte ich ein störendes Detail oder eine Unebenheit mit auf dem Bild, ganz davon abgesehen, dass die farbliche Zusammenstellung nicht immer zufriedenstellend war. Als Abhilfe habe ich mir dann kurzerhand aus dem Schreibwarenhandel große Bögen Bastelkarton (50 × 70 cm) besorgt. Es gibt sie in unterschiedlichen Farben und mit unterschiedlichen Oberflächenstrukturen (Elefantenhaut, Wellkarton, etc.). Auch Krepppapier eignet sich ganz gut. Damit lässt sich das Objekt ohne störende Einflüsse vor einem farblich passenden, aber neutralen Hintergrund präsentieren – schließlich soll die Aufmerksamkeit ja auf dem Produkt oder dem Detailausschnitt liegen und nicht durch eine Einzelheit im Hintergrund gestört werden.
Sollte die Fläche des als Hintergrund aufgestellten Kartons mal gerade um einige Zentimeter den Bildausschnitt nicht ganz ausfüllen hilft oft folgender Trick: etwas weiter vom Objekt zurückgehen und den Zoom benutzen; wegen dem geringeren Bildwinkel der größeren Brennweite ist die im Bildausschnitt sichtbare Fläche des Hintergrundes geringer (vgl. auch die Abbildung im Abschnitt Raumverkürzung).

Abbildung 1
Für größere Flächen, wie man sie zum Beispiel bei Porträt-Aufnahmen bzw. Passfotos benötigt, habe ich mir (hellblauen) Dekostoff besorgt (140 × 300 cm). Für andere Anlässe eignen sich entsprechend andere Farben: z.B. für Aktaufnahmen schwarz, für neutrale Darstellungen weiß/beige, etc. Die Enden habe ich jeweils mit Klebeband an einem eigenen Kiefernrundstab befestigt (Durchmesser 15 mm; Länge jeweils um 20 cm länger als die Breite der Stoffbahn). Auf einem der beiden Stäbe aufgerollt lassen sich die Bahnen prima lagern und

Abbildung 2
bei Bedarf entsprechend abrollen. Aufgehängt wird das ganze an einem Haken in der Wand: dazu habe ich an den Enden desjenigen Rundstabes, an dem die Stoffbahn nur befestigt ist (also nicht aufgerollt) jeweils ein Loch gebohrt, eine Neilonschnur durchgezogen und diese unter Spannung verknotet (vgl. Abbildung 2). Vom zweiten Stab kann der Stoff nun bis zum Boden abgerollt werden.
Alternativ kann man den Hintergrund auch mit zwei im Abstand von circa 1,4 m (hängt von der Breite der Stoffbahn und der Länge der Holzstäbe ab) zwischen Fußboden und Decke gespannte Deckenstützen aus dem Heimwerkerbedarf (in Abbildung 1 am linken Rand zu sehen): der Rundstab wird quer auf zwei an jeder Stütze befestigte Schraubzwingen gelegt. So kann der Hintergrund im Zimmer an beliebiger Stelle aufgespannt werden. Sofern ein weißer Hintergrund erwünscht ist, lässt sich eine Diaprojektor-Leinwand allerdings einfacher handhaben.
Durch diesen flexiblen Aufbau kann der Hintergrund auch in der Nähe eines Fernsehgerätes positioniert werden. Die Digitalkamera an dieses angeschlossen und direkt neben dem Fernseher platziert, erlaubt es dem Fotografierten bereits vor der Aufnahme Mimik, Bildausschnitt und Beleuchtung zu kontrollieren. Dies kann insbesondere dann sehr hilfreich sein, wenn man Eigenaufnahmen mit dem Selbstauslöser macht.
Mit einer entsprechenden Kamera ist so ein Aufwand allerdings nicht notwendig: bei der PowerShot Pro90 kann man das LCD-Display drehen und nach vorne klappen, so dass man sich direkt in dem eingebauten Monitor betrachten kann. Da fällt auch das Verrenken bei der Kontrolle von Aufnahmen im Hochformat flach, die dadurch zustande kommen, dass man ja nur in den seltensten Fällen den Fernseher auch, wie die Kamera, um 90° kippen kann. Eine zusätzliche Fernbedienung für die Kamera erleichtert die Erstellung von mehreren Aufnahmen hintereinander: man muss nicht jedesmal aufstehen und seine Position verlassen, um den Selbstauslöser erneut zu betätigen.
Ein weiterer günstiger »Stoff« der sich für Hintergründe eignet sind Damasttischtücher. Diese Einweg Papiertischdecken für Partys gibt es in unterschiedlichen Farben auf Rollen zu 1,20 m × 10 m (Kosten ca. 2,59 €) überall dort, wo es auch Pappbecher/-teller und Plastikbesteck gibt. Das Papier hat zwar häufig eine Strukturprägung, allerdings ist die so fein, dass sie schon nach kurzer Entfernung nicht mehr sichtbar ist – oder aber gerade bei kürzeren Entfernungen, wie z.B. Makroaufnahmen, einen reizvollen Hintergrund bildet.
Wer kennt sie nicht, die vor Schweiß glänzenden, leicht bekleideten Körper aus der Werbung oder in Musikvideos. Aber nur in den seltensten Fällen hat das Model gerade einen Work-out hinter sich gebracht. Die Transpiration kommt vielmehr aus einem Zerstäuber. Eine recht brauchbare Version eines solchen Utensils erhält man zum Nulltarif mit der leeren Bad- oder Fensterreinigerflasche (natürlich vor Gebrauch gut auswaschen ).
Zur Vermeidung der mit der Zeit daran entstehenden Kalkablagerungen verwendet man einfach destilliertes Wasser. Damit das auf die Haut aufgesprühte Wasser nicht so schnell abtrocknet bzw. perligere Wassertropfen entstehen, cremt man die Körperstellen vor der Benässung einfach mit etwas Babyöl ein. Natürlich geht auch jede andere fettende Creme wie zum Beispiel Sonnenschutzprodukte (deren leere Zerstäuberflaschen übrigens auch ganz gut zum Aufbringen von »künstlichem Schweiß« geeignet sind).
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