Diese Seite enthält einige Informationen, welche zum Zeitpunkt der Fotoerstellung zum Tragen kommen. Neben den aus der analogen Fotografie bekannten Techniken gibt es in der digitalen Welt einige Besonderheiten zu beachten, wie beispielsweise den elektronischen Weißabgleich und das Speichervolumen. Zwei kleine JavaScript-Anwendungen zum Umrechnen von Brennweiten und zur Ermittlung des dazugehörigen Bildwinkels befinden sich direkt in dem entsprechenden Abschnitt.

Der Vorgang des Fotografierens lässt sehr vereinfacht so darstellen, dass in einen dunklen Kasten nur durch eine Öffnung eine bestimmte Menge Licht auf ein lichtempfindliches Material¹ fällt. Um ein brauchbares Abbild der Szenerie zu erhalten, muss genau die richtige Menge Licht mit dem Fotomaterial reagieren. Dieser Belichtungsvorgang wird daher im Wesentlichen durch die folgenden drei Faktoren bestimmt: der Verschlusszeit, der Blende und der Empfindlichkeit des Fotomaterials.

¹ Dieses lichtempfindliche Material sei im Folgenden als Fotomaterial bezeichnet und kann sowohl ein Film als auch ein lichtempfindlicher Halbleiter (CCD-Sensor, charge coupled device) sein.

Die Verschlusszeit ist die Dauer, wie lange Licht durch die Öffnung auf das Fotomaterial einfällt. Sie reicht beispielsweise bei der Canon PowerShot S10 stufenlos von 1/1000 Sekunde bis 2 Sekunden. Bei manueller Verschlusszeiteinstellung sind Werte von 1, 1/2, 1/4, 1/8, 1/15, 1/30, 1/60, 1/125, 1/250, 1/500 und 1/1000 Sekunde üblich.

Blendenöffnung Die variable Öffnung (auch Blende F genannt), durch die das Licht einfällt, wird maßgeblich durch das Objektiv einer Kamera und dessen Lichtstärke (Menge des möglichen Lichteinfalls) bestimmt. Die Lichtstärke eines Objektivs definiert sich über das Verhältnis der größten relativen Blendenöffnung zur Brennweite. Beide Werte sind in der Regel vorne auf dem Objektiv angegeben. So bedeutet die Bezeichnung 6.3 mm 1:2.8, dass die Brennweite (von 6,3 mm) 2,8 mal so lang wie die größte Blendenöffnung ist. Daraus kann man dann die absolute maximale Blendenöffnung errechnen: 6,3 mm : 2,8 = 2,25 mm. Gebräuchliche Blendenwerte für eine manuelle Einstellung
F t
2.8 1/250 s
4.0 1/125 s
5.6 1/60 s
8.0 1/30 s
sind 2, 2.8, 4, 5.6, 8, 11, 16 und 22. Dabei bedeutet gemäß obiger Definition ein großer Blendenwert immer eine kleine Blendenöffnung (und umgekehrt). Die Blendenwerte eines Objektivs sind immer so gewählt, dass beim Wechsel um eine Blendenstufe die Lichtstärke sich um den Faktor 2 verändert. Beispielsweise halbiert sich die Fläche der Blendenöffnung beim Wechsel von Blende 5.6 auf 8. Dadurch ist es auch möglich, eine Blendenstufe quasi im »Tausch« durch eine Belichtungsstufe auszugleichen (vgl. nebenstehende Tabelle).

Schließlich bestimmt noch die Empfindlichkeit des Fotomaterials, welche Menge Licht für ein richtig belichtetes Foto notwendig ist: ISO 400 Filme benötigen halb so viel Licht wie ISO 200 Filme und diese wiederum halb so viel wie ISO 100 Filme. Je empfindlicher das Material allerdings ist, desto »grobkörniger« werden die Aufnahmen und das Rauschen nimmt zu. Bei Digitalkameras wird der Wechsel von dem Standardwert ISO 100 auf 200, 400, usw. oft auch als Signalanhebung bezeichnet.

Das Zusammenspiel der drei Faktoren kann man anhand der Analogie eines mit Wasser (= Licht) zu füllenden Eimers (= Film) verdeutlichen: Der richtige Belichtungsfaktor entspricht einer generellen Wasserhöhe in dem Gefäß. Man kann den Wasserhahn (= Blende) einerseits weit öffnen, wodurch nur eine kurze Zeit benötigt wird, um den erforderlichen Pegel zu erreichen. Anderseits kann man aber auch mit einem weniger geöffneten Hahn die Füllhöhe erreichen, man muss halt nur länger warten (längere Belichtungszeit). Die Empfindlichkeit entspricht schließlich dem Durchmesser des Gefäßes: bei einem Eimer (Film) mit kleinem Durchmesser (hoher Empfindlichkeit) braucht es weniger Wasser (Licht) bis die erforderliche Füllhöhe erreicht ist; entsprechend benötigt ein Eimer (Film) mit großem Durchmesser mehr Wasser, bis der gleiche Pegel erreicht ist.

Mit der Brennweite f bezeichnet man den Abstand vom optischen Mittelpunkt einer Optik bis zur Bildebene. Als quasiv Standardbrenntweite wird die Diagonale des Aufnahmemediums genommen, man spricht bei ihr auch von der Normalbrennweite. Sie spiegelt den bewußten Sehwinkel des menschlichen Auges wieder, der bei circa 45° liegt. Mit ihr erstellte Aufnahmen werden als perspektivisch neutral empfunden. Das wären bei einem Kleinbildfilm (36 × 24 mm) etwas über 43 mm, wobei als Normalbrennweite im Kleinbildbereich eigentlich immer 50 mm verwendet werden. Brennweiten kleiner als 50  gelten als als Weitwinkel: mit ihnen lässt sich ein größerer Blickwinkel festhalten; Brennweiten mit mehr als 50 mm nennt man Tele: mit ihnen kann man Objekte näher heranholen was einen geringeren Bildwinkel zu Folge hat. Folgende Tabelle gibt die Bildwinkel unterschiedlicher Objektive/Brennweiten für Kleinbildkameras wieder. In der unteren Tabelle kann man eigene Werte, entweder durch Vorgabe der Brennweite oder durch den Winkel, berechnen lassen (Formel dafür siehe weiter unten).

  Kleinbild-Brennweite Bildwinkel (diagonal)
 Fisheye 6,5-7,5 mm etwa 180°
15-16 mm etwa 110°
 Weitwinkel 17 mm 104°
21 mm 92°
24 mm 84°
28 mm 75°
35 mm 64°
 Standard 46 mm 50°
50 mm 47°
55 mm 43°
 Tele 85 mm 29°
100 mm 24°
135 mm 18°
200 mm 12°
300 mm
400 mm
Negativ / CCD Brennweite Bildwinkel
mm °

Diese allgemeinhin vertrauten Brennweiten und ihre Bildwinkel sind allerdings nicht auf Digitalkameras übertragbar, da der Bildwinkel auch von der Größe des Abbildungsmediums – dem CCD-Sensor (charge coupled device) – abhängt. Dieser ist zum einen wesentlich kleiner als ein Kleinbildnegativ, zum anderen werden in den Produkten unterschiedlicher Hersteller auch teilweise unterschiedliche CCD-Größen eingebaut, wodurch die aus den Brennweitenangaben resultierenden Bildwinkel der verschiedenen Produkte nicht miteinander vergleichbar sind. Deshalb werden bei den technischen Daten von Digitalkameras immer auch die äquivalenten Kleinbildbrennweiten angegeben. Diese Korrespondenzen berechnen sich über den gleichen Bildwinkel, was letztendlich so viel heißt wie, dass die sich entsprechenden Brennweiten den gleichen Bildausschnitt liefern. Den von den Herstellern angegebenen Vergleichswert kann man mit folgender Formel und den Maßen der Abbildungsmedien (Negativ/CCD-Sensor) auch leicht selbst berechnen (kleinere Abweichungen zwischen dem angegebenen und dem berechneten theoretischen Wert führe ich auf Rundungen oder die Anpassung an »gerade« Werte zurück):

Beim einem 35 mm Normalfilm (Kleinbildfilm) gibt die Maßangabe »35 mm« die Breite des Negativstreifens an. Die Negativgröße (also der später belichtete Teil auf dem Streifen) hängt von der Größe des Verschlusses (auch Kamerafenster genannt) ab und beträgt beim Kleinbildfilm 24 × 36 mm, was einem Verhältnis von 1:1,5 bzw. 2:3 entspricht.
In der Digitalfotografie entspricht der Negativgröße die Größe des CCD. Sie wird als Bilddiagonale in Zoll (") angegeben wobei ein Zoll 25,4 mm entspricht. Historisch bedingt ist der Wert der Diagonalen bei einem 1" CCD auf 16 mm festgesetzt (hängt mit dem Unterschied zwischen Außendurchmesser und tatsächlich nutzbarer Fläche von früher genutzten Bildaufnahmeröhren zusammen, vgl. dazu SAEK Pentacon: Kameraaufnahmetechnik). Die Ausmaße sind dabei 9,8 mm × 12,8 mm woraus sich ein Verhältnis von 3:4 ergibt. Gebräuchliche CCD-Maße sind in der linken Hälfte der untenstehenden Tabelle zu sehen. Die rechte Seite zeigt eine trigonometrische Gleichung über den Zusammenhang von Brennweite, Abbildungsfläche und Bildwinkel. Aus ihr kann durch einfache Umformung der Bildwinkel in Abhängigkeit der beiden anderen Größe berechnet werden (in der Gleichung wurde die Diagonale des Mediums genommen; diese kann analog durch die Breite oder Höhe ersetzt werden).

Bezeichnung Höhe Breite Diagonale d f = ( d/2 ) : tan( w/2 )
w = 2 · arctan( ( d/2 ) : f )
1° = Pi/180 rad   ;   1 rad = 180°/Pi
1/1" 9,6 mm  ×  12,8 mm 16,0 mm     
2/3" 6,6 mm × 8,8 mm 11,0 mm     
1/1,8" 5,1 mm × 6,8 mm 8,5 mm     
1/2" 4,8 mm × 6,4 mm 8,0 mm     
1/3" 3,6 mm × 4,8 mm 6,0 mm      f   Brennweite; w   Bildwinkel; d   Bilddiagonale
mm eines CCD entspricht mm einer Kleinbild-Brennweite.

Nehmen wir als Beispiel die Canon PowerShot S10, die einen ½" CCD-Sensor und ein 6,3 mm Objektiv hat bzw. bei maximalem 2fach-Zoom die doppelte Brennweite, also 12,6 mm. Bei dem oben erwähnten Bildwinkel von 45° (diagonal) für eine Normalbrennweite würde sich diese bei der S10 zu f = 9,7 mm ergeben. Die Bildwinkel für die Weitwinkel- und Teleeinstellung betragen 64,8° und 35,2°, was nach obiger Formel bei einem 35 mm Medium zu vergleichbaren Brennweiten von 34 mm und 68 mm führen würden; von Canon sind 35-70 mm angegeben was wahrscheinlich daran liegt, dass zur Umrechnung nicht die Bilddiagonale, sondern die Breite verwendet wurde (was durchaus auch Sinn macht: zum einen weisen die beiden Medien unterschiedliche Seitenverhältnisse auf, zum anderen ist man ja bei einer quer gemachten Aufnahme primär an dem horizontalen Bildinhalt interessiert).

Raumverkürzung Mit dem Begriff Raumverkürzung beschreibt man das vermeintliche Heranrücken des Hintergrundes an ein Motiv, wenn man es mit einem Teleobjektiv in der gleichen Größe wie mit einem Normalobjektiv festhalten will. Der Effekt resultiert daher, dass man, um den gleichen Bildausschnitt mit einem Teleobjektiv zu erhalten, wegen dem geringeren Bildwinkel sich von dem Objekt weiter entfernen muss, wodurch sich der Bereich hinter dem Motiv verdichtet. Nebenstehende Illustration verdeutlicht dies: das anfängliche Verhältnis von Abstand Motiv zu Abstand Hintergrund ändert sich beim Einsatz eines Teleobjektives von 1:1 auf 1:2 – der Raum zwischen Motiv und Hintergrund erscheint auf dem resultierenden Bild verkürzt (was aus dem verringerten Bildausschnitt des Hintergrundes resultiert).

Diesen Effekt macht man sich zum Beispiel in Action-Filmen zunutze, in denen der Hauptdarsteller vermeintlich knapp vor dem Feuerball einer Explosion flüchtet. In Wahrheit befindet er sich ein ganzes Stück vor der Gefahrenquelle in Sicherheit und erscheint nur wegen der durch die Aufnahme mit einem extremen Teleobjektiv resultierenden optischen Raumverkürzung sehr nahe am Geschehen.

Schärfentiefe Die sogenannte Schärfentiefe bezeichnet den Bereich, der vor und hinter einem fokusierten Objekte ebenfalls noch scharf abgebildet wird. Er dehnt sich etwa 1/3 vor und 2/3 hinter dem anvisierten Motiv aus. Die Schärfentiefe lässt sich durch zwei Faktoren beeinflussen. Auf der einen Seite besteht eine Wechselbeziehung zwischen der Entfernungseinstellung zum Motiv und der verwendeten Blende. Sie ist auch unter dem Begriff Blendeneffekt bekannt und lautet

Je weiter geschlossen die Blende (also je größer die Blendenzahl),
desto größer die Schärfentiefe.

Auf der anderen Seite besteht aber auch eine Beziehung der Schärfentiefe zu der verwendeten Brennweite des Objektivs.

Je größer die Brennweite, desto geringer die Schärfentiefe.

Das heißt, man muss bei der Verwendung einer Weitwinkelbrennweite keinen so großen Wert auf die Fokusierung des Objekts legen, da eh so gut wie alles im Schärfebereich liegt. Im Gegensatz dazu, muss man bei der Verwendung einer Telebrennweite die Entfernungseinstellung sehr genau vornehmen, da kaum Schärfentiefe vorhanden ist; ebenso bei Makroaufnahmen, die ebenfalls eine große Brennweite erfordern.

Anmerkung: Genau genommen hängt die Schärfentiefe nicht von der Brennweite, sondern von dem abgebildeten Maßstab ab: Je kleiner der Maßstab, desto größer die Schärfentiefe. Daher weisen Digitalkameras im Vergleich zu Kleinbildkameras (bei gleicher Motivgröße) allgemein hin auch immer eine größere Schärfentiefe auf, weil der CCD-Sensor in der Regel kleiner als das 35 mm Negativ ist.

Diese Beziehungen kann man sich für die Bildgestaltung zunutze machen. Um ein Motiv hervorzuheben (z.B. das Gesicht bei einer Portätaufnahme), sollte man eine geringe Schärfentiefe wählen, wodurch der Hintergrund (bei ausreichendem Abstand zum Motiv wohlgemerkt) verschwommen bzw. unscharf dargestellt wird. Für die Kameraeinstellung bedeutet dies die Wahl einer großen Blendenöffnung (kleinen Blendenzahl) und/oder die Verwendung einer großen Brennweite.
Auf der anderen Seite muss bei Landschaftsaufnahmen, die in den meisten Fällen durchgängig von vorne bis hinten scharf sein sollen, eine große Schärfentiefe erzeugt werden: hier wird an der Kamera eine kleine Blendenöffnung (große Blendenzahl) und/oder eine kleine Brennweite gewählt.

Mit dem Begriff Farbtemperatur bezeichnet man in der Physik die Eigenschaft eines »ideal schwarzen« Köpers (des Planck'schen Schwarzen Strahlers), bei einer bestimmten Temperatur ein Licht gleicher spektraler Verteilung wie eine Lichtquelle auszusenden. Praktisch stelle man sich einen imaginären schwarzen Gegenstand vor, der keine Lichtstrahlen reflektiert. Dieser Gegenstand wird nun kontinuiertlich erhitzt. Irgendwann beginnt er zu glühen und damit Licht auszusenden (man denke an eine Glühbirne die mittels eines Dimmers langsam erhellt wird). Dabei verschiebt sich das Spektrum von einem hohen Rotanteil zu einem hohen Anteil von Blau: also über dunkelrot, hellrot zu gelb, weiß*) und schließlich blau glühend. Dieser Vorgang wurde normiert, wobei jeder Farbe ihre jeweilige Temperatur in Kelvin zugeordnet wurde.
Man bezeichnet diese Art von Lichtquellen daher auch als Temperaturstrahler. Werte kleiner als 4.000 K gelten als »warm«, darüber als »kalt«. Die folgende Tabelle zeigt einige exemplarischen Farbtemperaturwerte (Quelle: u.a. W. Ruhstorfer: Kapitel 5, Licht und Farbe, Skript Computergrafik & Bildverarbeitung).

*) Weißes Licht gibt es eigentlich gar nicht. Es ist vielmehr das Ergebnis vieler verschiedenfarbiger, sich überlagernder Lichtstrahlen. In dem additiven Farbsystem RGB wird es beispielsweise aus rot, grün und blau gebildet.

Kerzenlicht oder offenes Feuer 1.000 - 1.800 K
Gasglühlicht 2.000 K
Glühlampe (40 W) 2.600 K
Glühlampe (200 W) 2.700 K
Kryptonlampe (500 W) 2.900 K
Lichtwurflampe 3.000 K
Halogenleuchten 3.200 - 3.500 K
Fotolampe 3.250 K
Halogenlampe 3.400 K
Kohlebogenlampe 3.900 K
Mondlicht 4.150 K
Tageslicht 5.000 - 5.500 K
Dunstiges Wetter 5.100 K
Sonnenstand 30° 5.500 K
Sonnenstand 50° 6.100 K
direktes Sonnenlicht 5.800 K
sonnig, bei klarem blauen Himmel 6.000 K
Mittleres Tageslicht; Xenonlicht Blitzlampe 6.500 K
bewölkter/blauer Himmel 7.000 - 8.000 K
Himmel völlig bewölkt 7.400 K
trübes, nebliges Wetter 8.300 K
Neonlampe 8.000 - 9.000 K
Sonneneinstrahlung im Gebirge bei Schnee bis 16.000 K

Alternativ kann man Licht auch dadurch erzeugen, indem man ein Gas durch elektrische Entladungen zum Leuchten bringt (Lumineszenzstrahler). Vertreter dieser Kategorie der Lichterzeuger sind Leuchtstoffröhren, Elektronenblitze oder Gasentladungslampen. Da das von ihnen ausgesendete Licht nur aus einer oder mehrerer diskreter Frequenzen besteht – was sich im Spektrum in Form einzelner Linien niederschlägt –, bezeichnet man sie auch als selektive oder Linienstahler.

Anmerkung
Die Umrechnung von Grad Celsius (Wert mit c abgekürzt) in Grad Kelvin (Wert mit k abgekürzt) ist:

c° C = k K - 273,15        bzw.        k K = c° C + 273,15.

Damit sind     0° C = 273,15 K     bzw.     5500 K = 5226,85° C.

Übrigens: Bei Computer-Monitoren besteht oft die Möglichkeit, explizit deren Farbtemperatur (und damit Helligkeit) einzustellen. Bei Tageslicht ist ein Wert von 9300 K am geeignetsten, während bei Zimmerbeleuchtung (Abends) eine etwas dunklere Einstellung von 6500 bis 7500 K günstiger ist.

Wie im vorhergehenden Abschnitt über die Farbtemperatur erläutert, haben unterschiedliche Lichtquellen auch unterschiedliche Anteile am Farbsprektrum. Dies wirkt sich auf die Objekte aus, die sie beleuchten. Beispielsweise erscheint ein mit Glühlampen beleuchtetes weißes Blatt Papier rötlich; unter einer Fluoreszenslampe (Leuchtstoffröhre) erhält es einen etwas unnatürlichen grünlichen Farbstich. Mit dem menschlichen Auge nehmen wir dies allerdings nicht wahr, da unser Farbempfinden sich den unterschiedlichen Beleuchtungsverhältnissen anpasst und das weiße Blatt Papier (quasi als Nullwert) auch unter Glühlampenbeleuchtung weiß erscheinen lässt. Ein Farbfilm hat diese Eigenschaften nicht. Er gibt die Farben gemäß der Physik wieder. Daher gibt es in der analogen Fotografie für unterschiedliche Lichterverhältnisse auch unterschiedliche Filme, bei denen eine bestimmte Farbtemperatur als sogenannter Unbuntpunkt festgelegt ist. Tageslichtfilme sind beispielsweise auf 5.500 K geeicht, Kunstlichtfilme auf 3.200 K. Weitere Korrekturmöglichkeiten können durch den Einsatz von Konversionsfiltern vorgenommen werden, welche den zu einer neutralen Darstellung überflüssigen Farbanteil wegfiltern.

Da die digitale Fotografie ohne Filmmaterial auskommt, gibt es hier den sogenannten Weißabgleich. Darunter versteht man die Abstimmung der Digitalkamera auf die Farbcharakteristik des Lichtes. Diese geht meist mittels einer Automatik, die versucht die Wahrnehmung des menschlichen Auges nachzubilden. In den meisten Fällen arbeitet diese Automatik recht gut und zuverlässig. Problematisch wird es bei Mischlichtsituationen. Für die gibt es die manuelle Voreinstellung, mit der man die Hauptlichquelle festlegen kann (Anm.: bei Elektronenblitzen ist – sofern es dafür keine extra Einstellmöglichkeiten gibt – auf Tageslicht einzustellen). Untenstehende Tabelle gibt die Unbuntpunkte für den Weißabgleich der Canon PowerShot S10 an.

Automatischer Weißabgleich variable K
Tageslicht 5.500 K
Bewölkter Himmel 7.500 K
Glühlampenlicht 3.400 K
Leuchtstoffröhre –       

Natürlich kann man eine absichtlich »falsche« manuelle Voreinstellung auch als gestalterisches Mittel nutzen: bei Wahl der Einstellung »Kunstlicht« erhält die bei Tageslicht fotografiert Szene einen kräftigen Blaustich; das Candlelight Dinner bekommt mit einer »Tageslicht«-Einstellung einen stimmungsvollen Rotton.

Zur Klärung der Frage, warum bei manchen Aufnahmen die automatische Schärferegelung nicht richtig funktioniert hat, kann es hilfreich sein, über die Funktionsweise des Autofokus etwas genauer Bescheid zu wissen. Prinzipiell unterscheidet man zwei verschiedene Verfahren: den aktiven und den passiven Autofokus. Bei der aktiven Methode wird mit einem Infrarotstrahl der tatsächliche Abstand zwischen Kamera und Motiv gemessen und entsprechend die Schärfe eingestellt. Vorteil dieser Vorgehensweise: man kann auch im Dunkeln bzw. in der Dämmerung sein Motiv anvisieren, das Blitzlicht sorgt dann zur Belichtungszeit für die notwendige Helligkeit. Nachteil: die Messung kann z.B. beim Fotografieren durch Glasscheiben hindurch verfälscht werden (der Autofokus stellt die Glasscheibe scharf und nicht das dahinterliegende Motiv). Auch macht diese Art der Messung bei Markoaufnahmen oder sehr entfernten Motiven bisweilen Probleme.
Anders der passive Autofokus: er basiert vereinfacht gesagt auf der Überlegung, dass ein scharfes Motiv einen höheren Kontrast aufweist, als ein unscharf dargestelltes Motiv mit weichen Konturen. Im Vergleich zur aktiven Messung wird hier also so lange (kontinuierlich) fokussiert, bis das Motiv in der Bildmitte auf dem CCD-Sensor den höchsten Kontrast aufweist. Vorteil: unabhängig vom Abstand und evtl. dazwischenliegenden Scheiben wird das Motiv immer in der maximal möglichen Schärfe dargestellt (zumindest in der Theorie :-)). Nachteil: im Dunkeln oder bei strukturschwachen Motiven versagt die Technik. Daher werden bisweilen Kameras mit einer solchen Autofokustechnologie ergänzend mit einer roten Infrarotlampe ausgestattet, welche (unter schlechten Lichtverhältnissen) beim Scharfstellen eine Struktur auf das Motiv projeziert, die dann mit höherem Kontrast fokussiert werden kann.

Mittlerweile dürfte es sich herumgesprochen haben, dass Digitalkameras, vor allem im Segment der Consumer-Kameras, im Vergleich zur ihren analogen Kollegen nicht gerade die schnellsten sind. Die Verzögerung bei der Betriebsbereitschaft zwischen zwei Aufnahmen ist noch recht einfach dadurch zu erklären, dass die teilweise nicht unerhebliche Bilddatenmenge erst vom CCD-Chip auf die (relativ langsame) Speicherkarte geschrieben werden muss. Bei den analogen ist das Bild schon nach der Belichtungszeit fertig auf dem Medium Film fixiert, einzige Verzögerung entsteht durch den Filmtransport.
Aber woher kommt die Auslöseverzögerung, also die Zeit vom Betätigen des Auslösers bis zur tatsächlichen Belichtung, welche schon manchen Schnappschuss vereitelt hat? Durch den passiven Autofokus? In geringem Ausmaß trifft das sicherlich zu, allerdings gibt es diese Technologie auch bei analogen Kameras, welche dann dennoch schneller als der digitale Vergleichspartner auslösen. Die Antwort habe ich in einer Fachzeitschrift gefunden:
Bei einer analogen Kamera erfolgt die Messung der Belichtungs- und Verschlusszeit über einen internen oder externen Sensor, bei der digitalen erfolgt sich über den Aufnahme-Chip (CCD) direkt, also das Abbildungsmedium selbst. Der Ablauf stellt sich dabei wie folgt dar:

-   der Kameraverschluss öffnet sich*
-   der Sensor wird aktiviert, misst Schärfe und Belichtung
-   der Verschluss schließt sich vor der Aufnahme kurz*
-   der Aufnahme-Chip wird initialisiert*
-   Verschluss öffnet sich (abermals) und das Bild wird belichtet.

Die mit dem Stern * grau dargestellten Vorgänge finden nur bei der Digitalkamera statt und verlängern die Auslösung im Vergleich zur analogen Kamera. Diese Zeiten werden jedoch von den Herstellern immer weiter verkürzt, so dass bei den neuen Modellen eine deutliche Verbesserung und ein Angleich an die analoge Fotografie bemerkbar wird.

Ein Argument, das neben der besseren Druckqualität (vgl. jedoch meine eigenen, diesbezüglichen Betrachtungen) vielerorts für ein Mehr an Megapixeln bei Digitalkameras aufgeführt wird, ist die Möglichkeit, aus der gemachten Aufnahme Ausschnitte mit noch ausreichender Qualität zu entnehmen, um damit einen unzureichenden Zoom¹ auszugleichen. Bringt die höhere Auflösung aber wirklich etwas, und wenn ja wieviel? Dazu einmal eine Vergleichsrechnung. Als Grundlage sollen dabei folgende fünf Canon-Modell dienen:

Modell Megapixel Auflösung Brennweite Zoom
Canon PowerShot S10 2,1 1600 × 1200 35 - 70 mm 2-fach
Canon PowerShot Pro90 IS 2,6 1856 × 1392 37 - 370 mm 10-fach
Canon Digital IXUS V3 3,2 2038 × 1536 35 - 70 mm 2-fach
Canon PowerShot G3 4,1 2272 × 1704 35 - 140 mm 4-fach
Canon EOS-300D 6,3 3072 × 2048 (je nach Objektiv)
Canon EOS-1 Ds 11,1 4064 × 2704 (je nach Objektiv)

Zum einfacheren Rechnen bleiben wir mal bei den 35 mm kleinbildäquivalenten Brennweiten und betrachten weiterhin nur den horizontalen Bildwinkel, welcher entsprechend dem 35 mm Filmmaterial einer Breite von 36 mm entsprechen würde. Nehmen wir als nächstes eine exemplarische Aufnahme von der IXUS mit der 35 mm Brennweite, was zu einem horizontalen Bildwinkel von 54,43° führt. Aus dieser Aufnahme (2048 Punkte Breite) wird nun ein Ausschnitt von 1600 Punkten Breite genommen, was einem Bildwinkel von 42,53° entspricht. Übertragen auf die S10 würde diese zur Darstellung des gleichen Bildausschnitts in ihrer höchsten Auflösung eine Brennweite von 46,26 mm benötigen, was einem Zoomfaktor für die S10 von 1,32 gleich käme. Betrachten wir andersherum einen 1856 Punkte breiten Ausschnitt einer G3-Aufnahme mit maximaler Brennweite von 140 mm (resultierender Bildwinkel: 11,97°), so bräuchte die Pro90 für den gleichen Ausschnitt in gleicher Qualität eine Brennweite von ca. 172 mm was lediglich einem Zoomfaktor von 4,65 ihres (zugegeben nicht ganz alltäglichen) 10-fach Objektivs ausmacht. Um an die Grenzen dieses Objektivs zu kommen (Bildwinkel: 5,57°), bräuchte die G3 bei weiterhin angenommenem 4-fach Zoomobjektiv eine Auflösung von 4880 × 3660 Punkte, was sogar die Auflösung des 11-Megapixel Flaggschiffs von Canon – die EOS-1 Ds – übersteigen würde. Untenstehende Grafik verdeutlicht noch einmal die Tatsache, dass eine höhere Auflösung nur geringfügig fehlende Brennweite wettmachen kann.

Vielfach reicht schon das Erhöhen des Zoomfaktors um 0,5 bis 1,0, um ein besseres maximales Brennweitenresultat zu erhalten als es ein Modell mit gleicher Brennweite in der nächsthöheren Megapixel-Klasse bieten würde.
Ein Vorteil eingangs angeführter Argumentation bleibt allerdings: steht zum Zeitpunkt der Aufnahme noch nicht fest, welcher Ausschnitt des Bildes später »relevant« sein wird und ausgeschnitten werden soll, fährt man mit einer größeren Auflösung unter Umständen besser.

¹ Wenn hier von Zoom die Rede ist, ist immer der optische Zoom – sprich: die Leistungsfähigkeit des Objektivs – gemeint. Der Digitalzoom ist eigentlich gar kein richtiger Zoom, da er nur einen Teil der Daten des CCD-Chips unter qualitativen Einbußen auf dessen ganze Chip-Größe vergrößert; das kann man aber auch mit einem Bildbearbeitungsprogramm auf dem Rechner machen.

Bei Aufnahmen von Bildschirminhalten muss der Umstand berücksichtigt werden, dass die Bilder von Geräten mit Kathodenstrahl zeilenweise aufgebaut werden. Um daher nicht nur Fragmente des Bildschirms auf dem Foto zu erhalten, muss eine gewisse Mindestbelichtungszeit eingehalten werden; bei herkömmlichen Computer-Bildschirmen (also keine LCD-Monitore) sollte als Belichtungszeit mindestens 1/30 Sekunde, bei Fernsehergeräten mindestens 1/15 Sekunde gewählt werden. Da man Aufnahmen mit solch relativ langen Belichtungszeiten nur in den seltensten Fällen verwacklungsfrei hinbekommt (Ausnahme wäre z.B. mit einem Bildstabilisator), empfiehlt es sich ein Stativ zu verwenden. Das erleichtert auch die genau parallele Ausrichtung der Abbildungsfläche der Kamera zur Bildschirmebene.

Ein weiteres Problem beim Abfotografieren von Bildschirminhalten ergibt sich zum einen über die Wölbung des Bildschirms, zum anderen über die Verzerrung durch die Linse der Kamera. Um die Auswirkungen beider Effekte – ein am Rand verzerrtes Bild – möglichst gering zu halten, sollte man eine (Kleinbild-) Brennweite von ca. 100 bis 135 mm wählen. Kann die Brennweite bei dem Zoomobjektiv der Digitalkamera nicht wertemäßig eingestellt bzw. abgelesen werden – das dürfte beim Großteil der Kameras aus dem sogenannten Consumer-Segment der Fall sein – empfiehlt es sich, ein paar Probeaufnahmen zu machen und die dabei tatsächlich verwendete Brennweite im Computer aus der Exif-Information auszulesen und auf einen kleinbildäquivalenten Wert umzurechnen.
Zur scharfen Abbildung der Ecken eines gewölbten Bildschirms sollte man desweiteren eine größere Tiefenschärfe einplanen, was durch die Wahl einer möglichst kleinen Blende (z.B. 8,0) erreicht wird. Dies führt unweigerlich zu einer längeren Belichtungszeit, was bei Standbildern allerdings unproblematisch sein dürfte. Schwierig wird es bei bewegten Bildern, bei denen zusätzlich auch noch der Umstand zum Tragen kommt, dass man generell, um störende Reflexionen auf dem Bildschirm zu vermeiden, die Umgebung möglichst dunkel halten sollte (ggf. Lichtschlucker einsetzen). Hier gilt es dann einen akzeptablen Mittelweg zu finden.

(Grundlagenquelle: foto Online Wissen)

Compact-Flash Karte Die folgende Tabelle zeigt die ungefähren Speicherkapazitäten von CompactFlash (CF) Karten. Die Daten beziehen sich auf die Canon PowerShot S10 bzw. die untere Tabelle auf die PowerShot Pro90 IS, sind aber wegen des rechnerisch konstanten Speicherbedarfs auch auf andere Modelle übertragbar. Bei den Werten handelt es sich aus dem Grund um Circa-Kapazitäten, weil die Dateigröße JPEG-komprimierter Bilder letztendlich auch vom Bildinhalt selbst abhängt: große homogene Flächen benötigen weniger Speicherplatz als fein strukturierte Objekte).

L (großes Bild):  1600  ×  1200  Pixel
M (mittleres Bild):  1280  ×  960  Pixel
S (kleines Bild):  800  ×  600  Pixel
S 10 8 MB 16 MB 32 MB 48 MB 128 MB
L s 4 10 21 31 86
f 12 25 53 79 216
n 24 50 101 151 413
M s 7 15 31 46 127
f 18 37 76 113 310
n 34 69 141 210 574
S s 15 31 64 95 260
f 34 69 140 208 569
n 61 125 258 382 1043*
s  (superfein):  niedrige Kompression
f  (fein):  mittlere Kompression
n  (normal):  hohe Kompression

* Die Kameras haben leider nur drei Dezimalstellen zur Anzeige, so dass lediglich der maximale Wert »999« angezeigt wird. Rein rechnerische sollte sich der angegebene Wert ergeben (man beachte hierzu auch die unterschiedlichen Auflösungen von S und S').

L' (großes Bild):  1856  ×  1392  Pixel
M' (mittleres Bild):  1024  ×  768  Pixel
S' (kleines Bild):  640  ×  480  Pixel
Pro 90 8 MB 16 MB 32 MB 48 MB 128 MB
L' s 4 9 20 30 83
f 8 17 36 54 150
n 17 35 73 109 298
M' s 12 25 52 77 212
f 22 45 92 137 376
n 41 84 172 256 700
S' s 26 54 111 165 451
f 46 94 191 284 777
n 80 161 328 486 1330*
s  (superfein):  niedrige Kompression
f  (fein):  mittlere Kompression
n  (normal):  hohe Kompression