Kaninchenkäfig

Handelsübliche Kleintierkäfige haben den Nachteil, dass sie sich selten in das optische Bild eines Zimmers integrieren, und wenn die Käfigtür offen steht, nehmen sie sogar noch zusätzlichen Platz weg. Aus diesem Grund hatte ich beschlossen, den Käfig für mein Zwergkaninchen direkt in einen Schrank einzubauen.

Als Rahmenwerk habe ich einen Schrank aus dem Regalsystem »Björn« von OBI gewählt. Der Schrank besteht aus drei Seitenteilen, einem Boden, drei Eckböden, einer Schublade, einem Sockel und einem Ecksockel, sowie zwei Päckchen Lamellen und das Montage-Zubehör (weitere Details sind der Materialliste zu entnehmen)


Abbildung 1.
Der Zusammenbau des Schranks dürfte mit Hilfe der den Elementen beiliegenden Anleitung und nebenstehender Abbildung kein Problem sein. Ergänzend vielleicht der Hinweis, dass ich den untersten der drei Eckböden in das zwölfte Loch von unten (= 38,5 cm) der Seitenteile montiert habe. Der mittlere Eckboden kann in beliebiger Höhe zwischen den beiden anderen angebracht oder auch ganz weggelassen werden.


Abbildung 2.
Als Schale für den Unterbau habe ich eine Bastlerglasplatte (2,5 mm Dicke) gemäß den Innenmaßen des Schranks mit der Stichsäge zugeschnitten und mit Heißkleber verbunden (Abbildung 2). So ist die Schale wasserdicht und das »kleine Geschäft« kann nicht auf den Teppichboden gelangen. Der Rand ist 15 cm hoch; nach vorne hin etwas niedriger (10 cm), damit das Kaninchen leichter rausspringen kann. Die Rückwand besteht aus einer Hartfaserplatte mit Kierfernmuster (3,2 mm Dicke), die ich mir gleich im Baumarkt auf die richtige Größe habe zuschneiden lassen.


Abbildung 3.
Als Gitter habe ich verzinktes Schweißgitter (»Kleintierzaun«) genommen (Maschengröße 19 mm; gibt es als Rollen in jedem Baumarkt). Für das große Tor und die kleine Wartungstür habe ich das Gitter mit Heißkleber zwischen zwei selbstgefertigte Holzrahmen geklebt (aus Holzleisten, 20 × 5 mm, auf Gehrung gesägt und an den Ecken zusammengeklebt). Die Rahmen haben damit eine Dicke von 1,3 cm (= Dicke der zwei Holzleisten zuzüglich dem dazwischenliegenden Gitter und Heißkleber). Für einen sauberen Abschluss habe ich den Zwischenraum,
Abbildung 4.
in dem das Gitter liegt, von außen her mit Heißkleber aufgefüllt und nach dem Trocknen die überstehenden Reste mit einem scharfen Messer bündig abgeschnitten (für mehr Details siehe die Beschreibung vom Trenngitter). Die Tür hat die Außenmaße 37,5 × 33,5 cm (B×H) und ist rechts mit zwei Scharnieren und links mit zwei Riegeln an den Schrankseitenteilen befestigt (siehe Abbildung 3 und 4). Die beiden Scharniere habe ich vor dem Zusammenkleben der beiden Rahmenhälften mit kleinen Nägelchen auf der einen Rahmenhälfte befestigt, so dass sie nach dem Zusammenkleben direkt aus der Mitte des Rahmens hervorschauen. Das Tor hat die Maße 75,8 × 48,8 cm (B×H). Die Breite ergibt sich dabei aus dem Platz zwischen den beiden Schrankseitenteilen, abzüglich zweier 5 mm Leisten (siehe unten) sowie einem kleinen Spielraum. Das Tor lässt sich wie bei einer Garage nach oben schieben und nimmt dadurch im geöffneten Zustand keinen Platz weg (in Abbildung 1 zu sehen).


Abbildung 5.
Für die Garagentorkonstruktion habe ich in den Rahmen auf jeder Seite jeweils zwei Bolzen eingesetzt. Als Bolzen eignen sich abgesägte Nägel mit 2,5 mm Durchmesser ganz gut. Bei einer Torhöhe von 48,8 cm befinden sich die Nägel 2 cm und 37 cm von oben gemessen (Markierung (1) und (2) in Abbildung 5). Da die unteren Bolzen/Nägel von der Rahmenoberkante mit einem Abstand von 37 cm angebracht sind, kann bei einer Schranktiefe von 40 cm das Tor im geöffneten Zustand auf den oberen Führungsleisten liegen (Markierung [1] und [2] in Abbildung 5). Die Führung besteht aus zwei aufgeklebten Holzleisten (5 x 5 mm; siehe Abbildung 5). Für den richtigen Abstand der Leisten habe ich zwei Nägel – einen oben, einen unten – mit etwas Tesa-Film umwickelt und als Abstandshalter an einer der bereits verklebten Leisten fixiert. Die zweite Leiste wird nun bündig an den »Abstandshaltern« anliegend angebracht. Durch die Umwickelung der Nägel mit Tesa-Film, haben die Leisten einen Abstand, der geringfügig breiter ist als die Nägel, so dass das Tor ohne Verklemmungen leicht geöffnet und geschlossen werden kann. Über die oberen Aussparungen an den Führungsschienen kann das Tor eingesetzt und herausgenommen werden. Zum Öffnen braucht es nur ca. 5 mm angehoben und nach hinten geschoben werden; zum Schließen einfach etwas nach vorne ziehen und herunterfallen lassen.

Die im Folgenden angegebenen Preise beziehen sich meist auf unterschiedliche Baumärkte und sollen daher nur eine grobe Richtlinie für die resultierenden Gesamtkosten geben.

Anzahl Bezeichnung Maße Stückpreis
3 Björn Seitenteil (46260) 75 × 40 cm (H×T) 8,69 € 
1 Björn Boden (46080) 80 × 40 cm (B×T) 8,18 € 
3 Björn Eckboden (46152) 80 × 40 cm (B×T) 15,34 € 
1 Björn Sockel (46431) 6 × 80 cm (H×B) 4,60 € 
1 Björn Ecksockel (46445) 6 × 43 cm (H×B) 4,60 € 
1 Björn Schublade (46754) 19 × 80 cm (H×B) 33,75 € 
2 Björn Lamellen (46831), 20 Stck.   5,11 € 
1 Björn Montagezubehör (46001)   6,65 € 
  Schweißgitter, Zink (Kleintierzaun) 19 × 1 × 500 mm; 5 m (L) 6,75 € 
1 Kleintierzaun (Tor) 74 × 47 cm (B×H)¹ s.o.² 
1 Kleintierzaun (Tür) 36 × 30,5 cm (B×H)¹ s.o.² 
1 Kleintierzaun (Seite) 32 × 33 cm (B×H)¹ s.o.² 
  Hartfaserplatte, Kiefer 3,2 mm (D); m2 5,60 € 
1 Hartfaserplatte (Rückwand) 900 × 750 × 3,2 mm (B×H×D) s.o.² 
1 Hartfaserplatte (Rückwand Diagonale) 800 × 750 × 3,2 mm (B×H×D) s.o.² 
1 Hartfaserplatte (Rückwand Diagonale) 12 × 75 × 3,2 mm (B×H×D) s.o.² 
2 Bastlerglasplatte (Schale) 1000 × 1000 × 2,5 mm (B×H) n.n. 
4 Nägel, Durchmesser 2,5 mm 2 cm (L) –    
  Rechteckleiste, Kiefer (Holzleiste) 5 × 5 × 900 mm (B×H×L) 0,59 € 
4 Holzleiste (Führungsschienen, oben) 5 × 5 × 400 mm (B×H×L) s.o.² 
4 Holzleiste (Führungsschienen, vorne) 5 × 5 × 500 mm (B×H×L) s.o.² 
  Rechteckleiste, Kiefer (Holzleiste) 20 × 5 × 2100 mm (B×H×L) 1,68 € 
4 Holzleiste (Rahmen für Tor, horizontal) 20 × 5 × 758 mm (B×H×L) s.o.² 
4 Holzleiste (Rahmen für Tor, vertikal) 20 × 5 × 488 mm (B×H×L) s.o.² 
4 Holzleiste (Rahmen für Tür, horizontal) 20 × 5 × 375 mm (B×H×L) s.o.² 
4 Holzleiste (Rahmen für Tür, vertikal) 20 × 5 × 335 mm (B×H×L) s.o.² 
2 Scharnier, Messing (2er-Pack) 2,45 € 
2 Schieberiegel, Messing (2er-Pack) 4,60 € 

¹ Die hier angegebenen Maße entsprechen trotz der Abweichung eines Vielfachen von 19 mm immer einer ganzen Anzahl von Gitterfeldern.

² Gemäß des angegebenen Bedarfs (Länge und Stückzahl) können aus dem Preis der jeweils oberhalb kursiv aufgeführten »Grundeinheit« die Kosten selbst errechnet werden..


Abbildung 6.
Nachdem ich festgestellt hatte, dass Arabesque gerne klettert, habe ich den Käfig um eine Empore erweitert: der untere Boden wurde auf eine Höhe von 35 cm gesetzt und der obere auf Unterkante Schublade. Die Lamellen auf der linken Seite habe ich für den Zugang innerhalb des Käfigs herausgenommen. Wegen der geringen Höhe und der Springfreudigkeit des Kaninchens war keine Treppe oder Leiter notwendig. Entsprechend der neuen Größe wurde eine neue Wartungstür angefertigt; diese lässt sich jetzt allerdings nur noch bei geschlossenem Tor öffnen. In der neuen »Höhle« hält die kleine jetzt öfters ihren Mittagsschlaf.


Abbildung 7.
Aufgrund ihrer ungestümen Art und dem heftigen Drang nach Draußen hatte Arabesque schnell rausgefunden, wie das Tor zu öffnen ist: so lange rütteln und zerren, bis ihr das Tor oben entgegenkommt und dann von unten mit der Schnauze fest drücken, bis der Spalt zur Flucht ausreicht (da sag mal einer, dass Kaninchen dumm seien). – Antimonit war diesbezüglich wesentlich ruhiger und genügsamer (oder vielleicht auch nur dümmer :-) und unternahm seinerzeit keine Ausbruchversuche. – Mit einem kleinen Scharnier und einem gut sitzenden Holzsplint konnte das Problem behoben werden. Alternativ könnte man auch eine kleinere Rasterung des Gitters verwenden (wie in Abbildung 6 zu sehen), so dass das Kaninchen das Tor nicht mehr mit den Zähnen packen bzw. die Schnauze in das Gitter pressen kann.

Kaninchen haben die Angewohnheit, dass wenn ihnen etwas nicht passt oder sie raus wollen, Lärm im Käfig zu machen. Beliebte Vorgehensweisen sind an den Gitterstäben nagen oder den Fressnapf herumwerfen. Bei diesem Käfig kam noch hinzu, dass Arabesque an den nach vorne hin freistehenden Seitenteilen des Unterbaus herumnagte, die Zähne darauf »einhängte« und das Plexiglas schnappen lies (macht einen ziemlichen Lärm). Da dies mit der Zeit nerven kann, habe ich einige kleinere Verbesserungen zur Lärmvermeidung vorgenommen.

Den Ring, in den der Fressnapf eingehängt ist, habe ich an einer Stelle mit mehreren Lagen Kreppband umwickelt, so dass der Napf fest in dem Ring sitzt und von Hand nur sehr schwer herauszunehmen ist.

Das große Tor läuft mit etwas Spiel in den Führungsschienen und ist damit ein guter Kandidat zur Lärmerzeugung. Hier habe ich einfach etwas Tesa-Film um die Bolzen gewickelt, so lange, bis das Tor satt in den Führungsschienen saß.


Abbildung 8.
Das kleine Gitter ganz rechts war eigentlich nur in die Nut des »Björn«-Seitenteils geschoben und oben mit drei Tackerklammern befestigt – also ein weiterer Lärm-mach-Kandidat. Mit zwei passenden Holzleisten wurde das Gitter links und rechts in der Nut verkeilt (vgl. Pfeile in Abbildung 6); unten wurden drei Krampen eingeschlagen (im Bild mit einem Kreis markiert).

Um das Schnappen der Seitenteile zu verhindern, habe ich die Oberkante mit transparenten Klemmschienen*) bestückt (mit einer Metallsäge entsprechend gekürzt und die einzelnen Teile dann nebeneinander auf die Kante aufgesetzt; siehe auch Abbildung 8). Dadurch wurde die Oberkante rund (ungünstigere Angriffsfläche) und das Seitenteil zusätzlich stabilisiert (weniger Schwingungen). Anfänglich hatte ich die recht satt sitzenden Leisten nur aufgesteckt. Am nächsten Morgen lagen aber einige der Teile im Käfig verstreut, so dass ich sie doch mit Heißkleber auf den Seitenteilen fixieren musste.

*)

Solche Klemmleisten gibt es in unterschiedlichen Farben im Bürofachhandel zum Zusammenhalten von A4-Blättern. Von der Firma Durable kostet zum Beispiel der 10er-Pack im Bürogroßmarkt 3,57 € (Artikelnummer 2932).

Klemmleiste