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Mein Bruder ist Musiker und kam vor einiger Zeit mit dem Wunsch nach einem Ständer für seine Oboen auf mich zu. Er gab mir dazu eine maßstabsgetreu Skizze für eine praktische und leicht zu realisierende Konstruktion. Ich habe die Zeichnung elektronisch aufbereitet (vgl. Abbildung 1), so dass sie hier in den Formaten
CorelDRAW,
PDF und
Postscript heruntergeladen werden kann (für eine Oboe in Altlage, das Englischhorn, gibt es eine gesonderte Vorlage unten auf dieser Seite).

Abbildung 1.
Der Plan an sich ist eigentlich schon die halbe Arbeit – die Umsetzung selbst ist nicht sonderlich schwierig. Zuerst wurde aus dem Plan des Werkstück entlang der Umrisse als Schablone ausgeschnitten.

Abbildung 2.
Das 30 × 30 cm Birkensperrholzbrett (4 mm Dicke) habe ich in der Mitte zu zwei gleich großen Teilen zersägt und auf eine der beiden Hälften die Umrisse mittels der Schablone übertragen. Damit das Stück wirklich symmetrisch wird (die Vorlage war eine Handzeichnung), habe ich die Skizze in der Mitte gefaltet und nur eine Hälfte des Schnittmusters (spiegelbildlich) verwendet; somit sind beide Seiten genau gleich (Abbildung 2).

Abbildung 3.
Damit die beiden Einzelteile deckungsgleich ausfallen, habe ich sie zum Aussschneiden mit etwas doppelseitigem Klebeband (Teppichband) zusammengeheftet (Abbildung 3). Damit die Wirkung erhalten bleibt, sollte man darauf achten, dass sich der Klebestreifen auf der Rücksteite des angezeichneten Werkstücks befindet und nicht auf dem Verschnitt, der ja weggesägt wird. Auf einem Stichsägetische mit Laubsägevorrichtung (die Firma Neutechnik bietet z.B. eine solche Vorrichtung an) habe ich dann beide Hälften zusammen ausgesägt. Dabei darf man nicht zu schnell vorgehen, da die Schnittkraft des Laubsägeblatts in dem 8 mm dicken Birkenholz nicht sonderlich gut ist und man leicht das Sägeblatt abreißen kann, wenn man das Werkstück zu fest gegen das Blatt drückt. Ein normales Stichsägeblatt wäre zwar stabiler und »schnittfreudiger«, allerdings ist es hier wegen der engen Kurven ungeeignet.
Als letztes sägt man noch die beiden 4 mm breiten Schlitze in die Hälften: in das eine Teil von oben, in das andere von unten, damit sie verschränkt ineinander gesteckt werden könne (siehe Abbildung 5 oder ganz oben rechts).

Abbildung 4.
Für den Transport können die beiden Hälften platzsparend aufeinander gelegt werden. Damit sie nicht gegeneinander verrutschen, habe ich zwei Zapfen (5 mm Durchmesser) eingesetzt, die in der einen Hälfte fest verankert sind und in die andere mehr oder weniger lose in die dafür vorgesehenen Löcher passen. Dazu wurden die beiden Teile deckungsgleich fixiert (mit einem jeweils um die Enden gewickelten Klebestreifen) und mit einem 5 mm Holzbohrer die Löcher durch beide Hälften gebohrt. Dabei sollte man einen Holzrest unter das Werkstück legen, damit beim Bohren das Loch auf der Rückseite nicht ausreist. Die Zapfen (8 mm Länge) können dann wegen der Passgenauigkeit der Löcher ohne Klebstoff unter leichtem Drehen in die eine Hälfte fest eingesetzt werden. Die Löcher der anderen Hälfte habe ich ganz geringfügig mit einer Rundfeile erweitert (bzw. die herausstehenden Zapfen dünner geschliffen), damit die Teile leicht wieder getrennt werden können.

Abbildung 5
Schließlich werden die Kanten und Zapfen der Einzelteile mit Sandpapier geglättet (am einfachsten ist es, das herausstende Ende der Zapfen vor dem Einsetzen abzurunden). Dabei erhält man ein sehr glattes Gesamtresultat, wenn man zuerst die Kanten mit einem Korn 240 Papier abrundet und dann das komplette Werkstück mit einem Korn 400 nachbearbeitet (bei gröberem Papier in der Vorbehandlung besteht die Gefahr, dass man die Kanten des Sperrholzes ausreist). Optional kann man das Ganze dann noch streichen.
Die im Folgenden angegebenen Preise beziehen sich meist auf einen bestimmten Baumarkt und sollen daher nur eine grobe Richtlinie für die resultierenden Gesamtkosten geben.
| Anzahl |
Bezeichnung |
Maße |
Stückpreis |
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| 1 |
Sperrholzplatte, Birke |
300 × 300 × 4 mm (L×B×D) |
1,07 € |
| 1 |
Rundholz |
1 m × 5 mm (L×D) |
0,64 € |
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Die Erstellung eines Ständers für die oboe da caccia, wie das Englischhorn auch genannt wird, ist in der Vorgehensweise völlig analog. Um die Stabilität beim Stand zu erhöhen sind lediglich die »Achsen« entsprechend der Größe des Instruments um 2 cm zu verlängern. Hier die entsprechende Vorlage in den oben bereits erwähnten Dateiformaten:
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