Palm-Halterung für Schreibmappe

So praktisch ein PDA (personal digital assistent) auch zum Festsetzen von Terminen oder dem Verfassen kurzer Notizen ist, für längere Protokolle oder zum Mitschrieben bei Besprechungen (insbesonder der Skizzen) ist der kleine Organizer (zumindest für mich :-) eher ungeeignet. Ganz auf ihn verzichten möchte man dann aber in Sitzungen auch nicht, gilt es doch oftmals elektronische Visitenkarten mit ihm auszutauschen oder einen neuen gemeinsamen Termin zu finden. Ihn mehr oder weniger lose in die für Notizen mitgeführte Schreibmappe zu stecken verbietet schon fast die erforderliche Sorgfalt, die man dem elektronischen Gerät und insbesondere dem empfindlichen Display zukommen lassen sollte. Hersteller von Schreibmappen haben zwar schon durch das teilweise Anbringen von Universal-Handy-Fächern den Wandel der Zeit erkannt, für PDAs findet man ein solches Befestigungs-Feature aber nur selten. Da ich mich von meiner alten, lang gedienten Schreibmappe nur sehr ungern trennen wollte und außerdem an dem teuer erstandenen Stück nur ungern herumschnippeln wollte, habe ich mir eine kleine Konstruktion gebaut, mit der ich meinen Palm V an dem guten Lederstück befestigen konnte, ohne an den beiden Teilen irreparable Schäden zu hinterlassen.

Palm-Halterung für eine Schreibmappe: Animation der Anwendungsweise
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Der Bau ist nicht sonderlich aufwendig, da der Palm die Befestigungsmöglichkeit mehr oder weniger schon mitbringt. Ein Eisendraht (1,8 mm ø) wird gemäß obiger Abbildung gebogen. Dabei diente mein Palm V als Schablone: die Breite der U-Form entspricht genau dem Abstand zweier links und recht eingeschobener Stifte (jeweils von deren Zentrum aus gemessen: ca. 74 mm). Der Abstand zwischen den jeweils rechts und links parallel verlaufenden Teilstücken beträgt ca. 6 mm und sollte genau so hoch gewählt werden, dass bei eingeschobenen Palm die U-Form wie eine Art Büroklammer wirkt. Der tatsächliche Abstand hängt letztendlich auch davon ab, wo mein den PDA einhängen möchte. Über den gebogenen Draht wurde als nächstes ein schwarzer Schrumpfschlauch gezogen (3 mm ø). Das ist eine ziemliche Pfriemelei, wobei das Drahtgestell teilweise wieder etwas aufgebogen werden muss um den Schlauch komplett und in einem Stück darüber zu ziehen. Der Grund, das erst nach dem Biegen zu machen, ist recht einfach: beim Anpacken mit einer Zange würde der Schrumpfschlauch auf dem Eisendraht beschädigt, werden, was recht unschön aussieht. Das ganze noch mit einem Heißluftgebläse oder Fön erhitzt und die »Oberflächenbehandlung« des Gestells ist abgeschlossen.
Als nächstes gilt es die Schnittstelle zum Palm herzustellen. Ausgangspunkt dafür waren zwei der Plastikstifte, welche seitlich am Gehäuse des PDAs in die Schlitze eingesetzt werden können (gibt es im Fachhandel im Dreierpack nachzukaufen). Idee dabei ist, die Einrastvorrichtung, mit der die Stifte in den Schienen fixiert werden, für meine Eigenbauhalterung zu nutzen: Die Stifte werden mittig aufgebohrt und die offenen Enden meines Gestells dort eingeführt. Leider habe ich keinen so langen und dünnen Bohrer, als dass man die gesamte Stiftlänge hätte am Stück durchbohren können (mal ganz davon abgesehen, dass im Heimwerkerumfeld das Bohren eines so langen, exakt konzentrischen Loches nahezu unmöglich ist). Daher habe ich nur die relevanten Teile der Stifte verwendet. Die Spitze habe ich an ihrer Taillierung mit einer feinen Metallsäge abgesägt, das andere Ende mit der gleichen Länge (ca. 20 mm). Die Löcher habe ich dann in Ermangelung einer geeigneten Vorrichtung mit einem Dremel in die in einen Schraubstock eingespannten Stiftendteile freihand gebohrt. Mit etwas Fingerspitzengefühl ist das durchaus zu bewerkstelligen und das Ergebnis ist allemal zu gebrauchen. Um eine möglichst gute Führung beim Bohren zu erhalten, habe ich das Loch mit einem 0,79 mm Bohrer vorgebohrt, dann mit einem 1,98 mm Bohrer erweitert um schließlich mit dem 2,38 mm Bohrer das entgültige Loch zu bohren. Wer will, kann ja vorher an einem gleich dicken Stück Holz etwas üben. Während das obere Stück komplett durchbort werden muss (vgl. obige Abbildung), darf die Spitze nur soweit angebort werden, dass sie auf das Drahtgestell aufgeschoben zusammen mit dem oberen Teilstück genau in der Länge eines unzersägten Stiftes positioniert. Zusätzlich solle man darauf achten, dass die Spitze nicht doch versehentlich durchbohrt wird. Im Zweifelsfall sollte man lieber das Drahtgestell an den Enden etwas kürzen.
Obwohl die Stiftteile recht satt auf dem Drahtgestell sitzen, habe ich sie zusätzlich mit Heißkleber fixiert. Überstehende Klebereste können nach dem Trocknen mit einem scharfen Messer (z.B. Teppichmesser oder Skalpell) wieder abgeschnitten werden. – Und die Palm-Halterung ist fertig.

Durch diese Vorrichtung kann jetzt zwar nicht mehr der Stift für das PDA-Gerät an der Seite mitgeführt werden, aber dafür kann man sich ja einen PDA-tauglichen Tri-Pen mit in die Schreibmappe legen. Fächer oder Halteschlaufen dafür gibt es in solchen Mappen ja meistens reichlich.

Anzahl Bezeichnung Maße
1 Eisendraht (1,8 mm ø) ca. 50 cm 
1 Schrumpfschlauch, schwarz (3 mm ø) ca. 50 cm 
2 Palm-Stift (aus Plastik)