Tri-Pen

Ein recht praktisches Utensil für die tägliche Schreibarbeit sind sogenannte Duo- oder Tri-Pens. Dabei handelt es sich um Kugelschreiber ähnliche Stifte, bei denen durch einfaches Drehen die Schreibspitze gewechselt werden kann. Der Stift braucht also nicht aus der Hand gelegt zu werden, wenn man beispielsweise eine andere Stiftfarbe verwenden möchte. Pate dafür stand der Vierfarbenkugelschreiber im Blechgehäuse, der jedem bekannt sein dürfte: die Minen wurden an kleinen Schiebern seitlich am Gehäuse ausgewählt. Heute trifft man diesen Klassiker nur noch selten an. Er ist dem Duo-Pen gewichen bei dem zwischen einem Druckbleistift und einem Kugelschreiber gewechselt werden kann. Einige Zeit später wurden auch Tri-Pens angeboten, welche neben dem Bleistift zwei Kugelschreiberfarben vorrätig hatten, oftmals eine von beiden in einer auffälligen Textmarker-Farbe.

Mit der zunehmenden Verbreitung von PDAs (personal digital assistent) – den kleinen digitalen Helfern zur Verwaltung von Terminen, Adressen und Aufgaben (um nur einige zu nennen) – erkannten auch die Schreibwarenhersteller die Notwendigkeit der Integration eines PDA-Stiftes in ihre Tri-Pens, um auch hier den Stiftwechsel beim wechselnden Schreiben auf dem elektronischen Gerät und Papier zu vermeiden. Leider gab es diesen speziellen PDA-Stift nicht wie die Kugelschreiberminen einzeln zu Kaufen, sondern musste mit einem kompletten Tri-Pen erstanden werden. Als weiteren, ganz gravierenden Nachteil empfand ich die extrem spitz zulaufende Schreibspitze, die zwar aus Plastik aber dennoch recht hart war und bei mir den Eindruck erweckte, dass damit binnen kürzester Zeit das PDA-Display verkratzt sein dürfte.


Abbildung 1.
Kuzerhand habe ich mir meinen eigenen PDA-Tri-Pen-Einsatz gebaut. Die dazu notwendigen Materialien waren eine Kugelschreibermine und ein Originalstift des PDA-Herstellers (bei ihm kann man davon ausgehen, dass der Stift mit dem Display kompatibel ist). Die Spitze der Kugelschreibermine habe ich mit einer feinen Metallsäge abgesägt. Dabei kam mir entgegen, dass die erforderliche Länge der Markermine, in dessen Loch der PDA-Stift kommen sollte (vgl. in Abbildung 1 die orangfarbene Hülse am Tri-Pen), etwas kürzer war als die einer gewöhnlichen Kugelschreibermine. Die Tinte habe ich mit einer Hohlnadel und einer Injektionsspritze mit etwas Nitro-Universalverdünnung ausgespült. Der Originalstift des PDAs – in dem Fall von einem Texas Instruments Avigo – hatte den Vorteil, dass man mit einer kleinen Zange die Schreibspitze einfach aus dem Schaft herausziehen konnte (vgl. Abbildung 1). Sie hatte das nahezu perfekte Maß, um direkt in die leere Kugelschreibermine gesteckt zu werden – mit einer Schlüsselfeile musste nur geringfügig etwas von dem Plastik weggefeilt werden. Den über die Hülse der Kugelschreibermine überstehenden Rand der Plastikspitze habe ich erst mit der Schlüsselfeile und dann mit feinem Schmirgelpapier (Korn 400 600 1000) bündig abgeschliffen, so dass der PDA-Stift vorne durch die Öffnung des Tri-Pen passte. Fertig.
Wenn man mal davon ausgeht, dass man das entsprechende Werkzeug hat, bereits einen Tri-Pen sein eigen nennen kann und für seinen PDA auch noch einen Ersatzstift hat, so beschränken sich die Kosten für den Umbau lediglich auf den Kauf einer Kugelschreibermine; hat man noch irgendwo eine leere herumliegen noch nicht einmal das.

Zugegeben, der Umbau gestaltete sich aufgrund der Bauweise des Avigo-Stiftes recht einfach. Für einen Palm der Firma 3COM braucht es schon etwas mehr Geduld und Geschick, die Spitze entsprechend zu kürzen und soweit abzufeilen, dass sie in die Kugelschreiberhülse passt.