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Im Alter von knapp 5 Monaten habe ich aus den Kotkügelchen von Arabesque herausstehende, weiße Fäden entdeckt, die sich beim genaueren Hinsehen bewegt haben. Mein Tierarzt diagnostizierte nach einer parasitologischen Kotuntersuchung einen Befall durch Pfriemenschwänze auch Madenwürmer oder in der Fachsprache Oxyuren genannt. Diese Wurmart gehört zu den Darmrundwürmern (Nematoden) und lebt im Dickdarm. Als Behandlung hat der Arzt einmalig 0,9 ml von dem Wurmmittel Flubenol P® (Wirkstoff Flubendazol) in Form einer Paste oral verabreicht. Dabei wurde die Paste in eine kleine 1 ml Spritze gefüllt und langsam seitlich durch den Mundwinkel des Tieres in dessen Maul eingebracht (vgl. Darstellung unten). Nach drei Tagen waren im Kot des Kaninchens keine Würmer mehr sichtbar. Eine Wiederholung dieser Behandlung wurde nach drei Wochen noch einmal vorgenommen.
So ziemlich genau im Alter von einem Jahr sind die Parasiten wieder aufgetreten. Diesmal wurde die Behandlung intensiviert, da nicht ganz klar war, wo der Verursacher zu suchen war. Oben genannte Dosis wurde an drei aufeinanderfolgenden Tagen verabreicht. Wie auch schon beim ersten mal habe ich sofort nach Bemerken des Befalls sämtliches Futter vernichtet und durch neues ersetzt. Außerdem habe ich jedesmal, nachdem Arabesque Kot abgesetzt hatte, diesen gleich eingesammelt (in ein altes, wiederverschließbares Marmeladenglas), um eine erneute Aufnahme des Erregers zu verhindern. (Die Aufnahme von Kot ist bei Kaninchen an sich normal, da sie aus diesem – hauptsächlich dem weichen Blinddarmkot – ihren Vitaminhaushalt regulieren können.) Hilfreich dabei war, dass Arabesque immer ihre Toilette benutzt, so dass ihr Käfig sauber blieb und ich die Kügelchen von einem räumlich begrenzten Bereich einsammeln konnte.
Normalerweise findet eine Übertragung der Würmer durch die Aufnahme von Kot anderer Kaninchen, insbesondere Wildkaninchen, statt. Daher ist Vorsicht geboten beim Auslauf auf Wiesen, die auch von den wild lebenden Artgenossen bevölkert werden. Aber auch aus der Tierhandlung oder vom Züchter können die Würmer mit nach Hause gebracht werden. Oft bleibt die Krankheit am Anfang unentdeckt, da eine Ausscheidung mit dem Kot erst dann stattfindet, wenn die Population im Darm überhand nimmt.
Da Arabesque allerdings seit dem letzten Mal weder Kontakt zu anderen Kaninchen hatte, noch Auslauf in von diesen frequentierten Gebieten statt fand, kamen eigentlich nur zwei Möglichkeiten in Betracht: entweder wurden bei der ersten Behandlung nicht alle Würmer abgetötet, oder aber sie hat sich über verunreinigtes Grünfutter (Salat) infiziert. Oft haben nämlich Wildkaninchen oder andere frei lebende Tiere Zugang zu (ökologisch) angebauten Salatplantagen. Daher sollte man auch beim Bemerken eines Befalls sofort jegliches Futter durch frisches austauschen.
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