Abbildung 1.
Eine Hauptgefahrenquelle sind stromführende Kabel: Elektro-, Telefon-, Lautsprecherkabel usw. Ja, durchgebissene Telefonkabel sind nicht nur ärgerlich, sondern können auch das Tier gefährden. Mir ist ein Fall von einer toten Katze zu Ohren gekommen, die genau in dem Moment in die Telefonleitung gebissen hat, als das Telefon klingelte und dabei eine höhere Spannung führte.

Als Nager¹ neigen die Tiere dazu, in das Kabel zu beißen, wobei dies allerdings von Tier zu Tier unterschiedlich ist. Antimonit beispielsweise verhielt sich Kabeln gegenüber sehr neutral, während Arabesque gerne mal in eins reinbeißt (was vielleicht aber auch nur auf ihren jugendlichen Übermut zurückzuführen ist).

Abbildung 2.
Aus dem Grund habe ich sämtliche Leitungen so geführt, dass das Kaninchen sie nicht erreichen kann: hinter Fußleisten oder Möbelstücken, unter Teppichen oder ich habe ganze »Bereiche« abgesperrt wie in Abbildung 1 gezeigt (auf den Heimwerken-Seiten kann man eine Bauanleitung für dieses Trenngitter finden).
Beim Absperren ist daran zu denken, dass Zwergkaninchen durchaus bis zu einem Meter hoch springen können (hängt auch von der Größe des Kaninchens ab); also lieber etwas höher bauen.
Abbildung 3.
Solch ein Verstecken der Kabel ist aber nicht immer möglich, zum Beispiel bei meinem Telefonkabel für das Modem: Es kommt ein kurzes Stück »ungeschützt« unter einem Teppich hervor und geht dann in den Schreibtisch. Für solche Fälle hatte ich früher mit etwas Paketklebeband (Breite 5 cm) das Kabel auf den Boden geklebt (lässt sich rückstandslos wieder ablösen). Wie allerdings die Bißspuren in Abbildung 2 zeigen, hält dieser Schutz den Angriffen mancher Kaninchen nicht stand. Deshalb habe ich mir einfach eine Leiste für Teppichübergänge besorgt (im Baumarkt für gute 8 DM; Länge/Breite: 103/3 cm), die ich mit einer Metallsäge entsprechend gekürzt und mit Klebeband über dem Kabel fixiert habe (Abbildung 3). Unter der Wölbung findet das flache Telefonkabel bequem Platz. Da die Leiste aus Alumnium ist, wird der Nager einige Probleme haben, sich an dem Kabel zu vergreifen.
Abbildung 4.
Recht praktisch sind dafür auch die Kabelsammler Montera von IKEA (Abbildung 4), welche es in der Länge von 2,5 m und in unterschiedlichen Farben gibt (schwarz, weiß, grau/silberfarben; je 3,20 € Stand 01/2004). Dies sind staubsaugerschlauch-ähnliche flexible Röhren von ca. 2,5 cm Durchmesser. Zum Einlegen der Kabel ist der Schlauch auf der gesamten Länge geschlitzt. Nach dem Einlegen der Kabel wird durch leichtes Drehen des Schlauchs der Schlitz überlappend geschlossen.
Abbildung 5.
Wer es etwas akurater haben möchte, nimmt Kabelkanäle aus dem Baumarkt (Abbildung 5). Diese quadra- tischen oder rechteckigen meist weißen Plastikanäle haben auf der Rückseite eine Klebefläche, mit der sie sich an der Wand befestigen lassen. Über einen Klappmechanismus lässt sich die Leiste vorne öffnen und das Kabel einlegen. Die Leisten sind allerdings nicht ganz billig, z.B. 1 × 1× 200 cm für 4,35 € (OBI, Stand 01/2004). Eine preisgünstigere Möglichkeit ist die Verwendung von grauen Überputzrohren für Stromkabel wie sie häufig in Kellern oder Garagen verwendet werden (vgl. Abbildung 6). Alternativ kann man auch die schlauchförmigen, flexiblen Unterputzrohre verwenden, welche nahezu identisch den IKEA Kabelsammlern sind. Für Kabel, die an den Enden fest montiert sind oder bei denen sich der Stecker bzw. die Befestigung am Gerät nicht lösen lassen, habe ich das Rohr einfach an einer Seite der Länge nach aufgeschnitten und um das Kabel gelegt. Optional kann man die »Fuge« mit Klebeband wieder schließen; nach meiner Erfahrung ist das aber nicht notwendig.
Abbildung 6.
Eine Lösung mit Rohren (vgl. Abbildung 6) ist natürlich wegen der Stolpergefahr nicht geeignet für quer durch ein Zimmer über den Boden verlaufende Kabel. Vielmehr bietet sie sich hinter Möbelstücken oder entlang von Fußleisten an. Bei mir verlief beispielsweise das zu schützende Kabel hinter einer Sockelleiste unter einem Tisch (vgl. dieses Foto). Auf dem Bild kann man auch deutlich erkennen, warum bei mir Bedenken bzgl. der ungeschützten Erreichbarkeit des Kabels aufgekommen sind.
Abbildung 7.
Abbildung 8.
Ein anderer kritischer Punkt sind die Steckdosen, die in Wohnräumen oftmals in einer Höhe von 30 cm über dem Boden angebracht sind – oder besser gesagt die Kabel, welche darin eingesteckt sind. Lassen sie sich nicht hinter Möbelstücken verbergen, habe ich sie mit einem Stück verzinktem Schweißgitter abgedeckt. Solches Gitter gibt es mit unterschiedlichen Rasterungen in jedem Baumarkt und findet häufig Verwendung bei Kleintier-Außengehegen (ich habe eins mit 19 mm verwendet). Zur Befestigung an der Wand habe ich mit dem Tacker gewöhnliche Klammern durch die Tapete in den Putz geschlagen. Hier ist auf entsprechende Befestigung mit der Wand zu achten. Bei mir waren die Tackerklammern ausreichend, manch anderes Tier zerrt allerdings recht kräftig an solchen Aufbauten. Abbildung 7 zeigt eine Steckdose unter einem Regalbrett, wo das Kabel sicher nach oben weggeführt wurde. In Abbildung 8 habe ich wieder ein kleines Eck abgesperrt. Auch bei den Steckdosen ist die »Reichweite« des Kaninchens nach oben hin zu berücksichten.
¹ Nur bevor jetzt wieder jemand in das Gästebuch einträgt, dass Kaninchen keine Nager sind: mir ist bekannt, dass Kaninchen zu den hasenartigen Tieren gehören. Die Verwendung des Begriffs erfolgt hier auch nicht so sehr im tierkundlichen Sinne, sondern eher im verhaltensmäßigen (so wie »Kläffer« oder »Schmuserchen« :-)).