Kaninchen sind im Gegensatz zu Hunden oder Vögeln recht stille Haustiere. Neben den normalen Geräuschen¹, die während ihrer so im Laufe des Tages anfallenden Aktivitäten entstehen – wie zum Beispiel beim Fressen (von Trockenfutter, Heu oder eine Karotte), beim Herumlaufen MP3-Datei in der Einstreu, dem Beschnuppern neuer Gegenstände oder beim Abschlecken MP3-Datei seines Menschen – verfügen sie über einige bewusst steuerbaren Laute, um sich ihrer Umwelt mitzuteilen.

Hm, Hm: Der Laut geht fast immer einher mit einem Auf-mich-Zustürmen und dann Mehrere-Male-Umkreisen. Ich schwanke bei der Deutung daher zwischen einer freudigen Begrüßung und einem »Ich will Sex!«. Da Kaninchen nicht zwischen Sozial- und Sexualverhalten unterscheiden, gebrauchen sie viele Ausdrucksformen identisch (Harriman, 1995; vgl. dort auch: »A honk can mean: I want you, or maybe a treat.«).
MP3-Datei Mahlen mit den Zähnen: leichtes und schnelles Vibrieren der Zähne, wiederholt in kurzen Serien bei gleichzeitig bebendem Kiefer. Damit äußert das Kaninchen sein Wohlbefinden, wenn es gestreichelt wird (meist hinter den Ohren). Der Laut – in der Audio-Datei in zwei Serien zu hören – kommt damit dem Schnurren von Katzen gleich.
MP3-Datei Wimmern drückt leichte Verägerung aus. Der Laut ist häufig bei (schein-) schwangeren Weibchen zu hören, die nicht gestört werden wollen.
MP3-Datei Knirschen mit den Zähnen ist ein Zeichen für Unbehagen oder für Schmerzen. Es klingt nahezu gleich wie das »Schnurren«, ist allerdings etwas »härter«, langanhaltender und tritt zusammen mit anderen Körpersignalen auf. Wenn man das Tier beispielsweise auf dem Arm trägt, und es will runter, wird es unruhig und knirscht mit den Zähnen. Bei Schmerzen hat es u.U. einen trüben Blick, sitzt zusammengekauert da und lässt sich ungern anfassen (das Knirschen ist entweder schon zu hören, oder tritt beim Anfassen des Tieres auf).
MP3-Datei Fauchlaute dienen der Warnung vor einem Angriff und treten auf, wenn das Kaninchen sich verteidigt oder es einfach nur angriffslustig ist, weil ihm irgend etwas nicht passt. Bei Arabesque treten die Laute beispielsweise auf, wenn man entweder versucht, sie mit den Händen aus ihrem Käfig zu nehmen, oder wenn sie eingeleitet durch die Worte »Komm, (geh') in den Käfig« Abends wieder in den Käfig soll (vgl. auch dieses kleine Video).
MP3-Datei Klopfen mit den Hinterläufen: überwiegend einzelne Schläge. Damit will das Tier auf irgendetwas aufmerksam machen, meist seine Artgenossen vor möglichen Gefahren warnen. Bei Antimonit trat das immer auf, wenn er durch die Scheibe der Terrassentür eine Katze draußen vorbeilaufen sah. Er ist dann quer durch die Wohnung geflüchtet, hat sich im hintersten Winkel im Bad unter der Heizung versteckt und von Zeit zu Zeit auf den Boden geklopft. Überraschend fand ich, dass er sogar auf meine Brust mit den Hinterläufen klopfte, als ich ihn hochgenommen hatte, um ihn zu beruhigen – was nicht ganz einfach ist, da das Tier in dieser Situation eigentlich in Ruhe gelassen werden will.
MP3-Datei Nagen an den Gitterstäben des Käfigs oder an den Seitenteilen des Unterbaus: damit äußert das Tier entweder Langeweile oder den Wunsch, rausgelassen zu werden. Arabesque meldet sich beispielsweise jeden Morgen, wenn sie auf die Toilette muss, mit einem Nagen an den Seitenteilen ihres Käfigs (sie ist sehr reinlich und geht am liebsten auf das Kotzenklo außerhalb des Käfigs). Was dabei interessant ist: als ich Teile des Käfigs so umgebaut hatte, dass mit ihnen kein Lärm mehr gemacht werden konnte, hat sie mit dem Nagen daran aufgehört. Sie will also bewusst mit Radau auf sich aufmerksam machen.

Bisweilen kommt auch ein Niesen oder Schnauben vor, wenn der kleine Nager sich erkältet hat, seine Nase in Staub gesteckt hat oder die Luft zu trocken ist.

Recht interessant war auch zu beobachten, wie das Kaninchen meiner Freunding (heute meine Frau) aufgrund der beschränkten Artikulationsmöglichkeiten seiner Rasse »Hilfsmittel« einsetzte. Nicodemus – so dessen Name – lebte mit einem Meerschweinchen namens Semiramis in einem Käfig. Das Kaninchen hatte nun herausgefunden, dass wenn es Semiramis stupste, diese laut anfing zu schreien, worauf nach kurzer Zeit ein Mensch ankam, um nach dem Rechten zu sehen. Wenn Nicodemus nun irgendetwas im Käfig gerichtet haben wollte – beispielsweise mehr Salat, frisches Heu oder neues Wasser, wenn mal wieder der Wassernapf umgeschüttet wurde – benutzte er die lautstarke Meerschweinchen-Sirene, was dann auch meistens zum gewünschten Verhalten von Seiten der menschlichen Mitbewohner führte.

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Die MP3-Datei Audio-Dateien liegen wegen ihrer vergleichsweise geringen Dateigröße im MP3-Format vor und benötigen dafür eine spezielle Abspiel-Software. Beispielsweise kann dafür der Windows Media Player (Version 6 oder höher; im Startmenü unter Programme > Zubehör > Multimedia bzw. Unterhaltungsmedien zu finden) verwendet werden. Programme von Drittanbietern wie Winamp oder Musicmatch Jukebox sind vom Funktionsumfang her etwas komfortabler.