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Standard-LaTeX-Distributionen (beispielsweise MiKTeX) bieten die Möglichkeit, anstelle von DVI-Dateien direkt PDF-Dateien zu erzeugen. Das bringt mehrere Vorteile mit sich.
Zum Betrachten von DVI-Dateien braucht man im Allgemeinen immer eine LaTeX-Distribution (Viewer, TFM-, PK-, MF-Dateien, etc.). Deshalb werden Dokumente aus Portabilitätsgründen häufig mittels dvips in eine Postscript-Datei gewandelt. Postscript hat aber den Nachteil, dass unter Windows mit GSView die Zeichensätze nicht geglättet dargestellt werden und daher die so erstellten Dokumente am Bildschirm recht schlecht zu lesen sind. Auch wenn man das Postscript-Dokument nachträglich in ein (monitor-optimiertes) PDF-Dokument wandelt (beispielsweise mittels dem Adobe Acrobat Distiller), tritt keine Besserung ein; im Gegenteil: das Schriftbild verschlechtert sich. Diese Probleme treten mit PDF-LaTeX erzeugten Dokumenten und dem Adobe Acrobat Reader nicht auf.
Unter Verwendung des Paketes hyperref hat man die Möglichkeit, Referenzen innerhalb eines LaTeX-Dokuments – also Fußnoten, Verweise auf Abbildungen, Inhaltsverzeichnisse, etc. – als (optional farbige) Hyperlinks in das PDF-Dokument einfügen zu lassen. Desweiteren können die PDF-Dokumenteigenschaften direkt von LaTeX gesetzt werden. Folgender Quelltextauszug illustriert dies.
\documentclass[a4paper,11pt]{article}
...
\usepackage[pdftex]{hyperref}
\hypersetup{%
colorlinks=true, % aktiviert farbige Referenzen
pdfpagemode=None, % PDF-Viewer startet ohne Inhaltsverzeichnis et.al.
pdfstartview=FitH} % PDF-Viewer benutzt beim Start bestimmte Seitenbreite
\hypersetup{% Ä=\304; Ö=\326; Ü=\334; ä=\344; ö=\366; ü=\374; ß=\377
pdftitle={Component Architecture Framework for Engineering Systems},
pdfauthor={Jochen R\374tschlin},
pdfsubject={Communication Architecture},
pdfkeywords={Component, Framework}
}
...
\begin{document}
...
\end{document}
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Ein Nachteil von PDF-LaTeX ist, dass man Postscript-Grafiken nicht direkt einbinden kann. Sie müssen vorher erst in eine PDF-Datei gewandelt werden (z.B. mit dem oben bereits erwähnten Acrobat Distiller). Wurde als Ausgangsbasis keine EPS-Datei (encapsulated postscript) sondern nur eine reine PS-Datei verwendet, so muss man noch mit dem Befehl ebb die bounding box der Grafik extrahieren. (Bei Eingabe des Befehls ebb test.pdf in der Eingabeaufforderung wird die Datei test.bb mit der bounding box Information erzeugt). Folgender Quellcodeauszug soll die Einbindung einer Grafik verdeutlichen.
\documentclass[a4paper,11pt]{article}
...
% \usepackage[dvips]{graphicx} % Zur Einbindung von PS-Bildern
% \DeclareGraphicsExtensions{.ps} % Dateiendung für Postscript-Bilder
\usepackage[pdftex]{graphicx} % Zur Einbindung von PDF-Bildern
\DeclareGraphicsExtensions{.pdf} % Dateiendung für PDF-Bilder
\graphicspath{{./bilder}} % Festlegung des Pfades zu den Bildern
...
\begin{document}
...
\includegraphics[width=0.5\hsize]{test}
...
\end{document}
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Man beachte, dass bei dem Befehl \includegraphics die Dateiendung der Grafik nicht mit angegeben wurde. Diese wird in der Präambel durch den Befehl \DeclareGraphicsExtensions für alle Grafiken in der Datei festgelegt. Dadurch kann man auf einfache Art und Weise zwischen einer Dokumentausgabe im PDF-Format oder beispielsweise im Postscript-Format (im Quellcode grau auskommentiert) wechseln: man muss lediglich die Grafikdateiendung ändern und für das Paket graphicx den dvips-Treiber aktivieren.
Das heißt, man sollte zukünftig darauf achten, Abbildungen nicht über den häufig anzutreffenden Befehl \epsfig aus dem gleichnamigen Paket einzubinden, sondern über den genauso mächtigen Befehl \includegraphics aus dem flexibleren Paket graphicx.
Für die Verwendung bereits fertiger PDF-Seiten (z.B. ganzseitige Grafiken) im eigenen Dokument gibt es das äußerst hilfreiche Paket pdfpages. Mit ihm können durch einen einfachen Makroaufruf (\includepdf) beliebige Seiten aus einem anderen PDF-Dokument eingebunden werden. Eine Vielzahl von Befehlsoptionen lassen dabei kaum Wünsche offen (vgl. die in der Distribution enthaltene Dokumentation). Damit das Paket funktioniert werden noch zwei weitere Pakete namens eso-pic und everyshi benötigt; am einfachsten lädt man sich dazu den kompletten Inhalt des ms-Verzeichnisses herunter und installiert die darin enthaltenen Pakete.
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