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(Mittlerweile wurde das Fahrzeug im Zuge der Produktoffensive von smart vom city-coupé in fortwo coupé umbenannt. Da die von mir gefahrenen Modell allerdings noch die alte Bezeichnung trugen, will ich den alten Namen hier beibehalten.) Da ich als ein smart-Fahrer der ersten Stunde öfters mal gefragt werde, wie ich mit dem kleinen Stadtflitzer zufrieden bin, und was es da zu beachten gibt, habe ich mal meine Erfahrungen mit dem Gefährt auf dieser Seite zusammengefasst. Dabei möchte ich nicht so sehr irgendwelche technischen Spezifikationen oder Leistungsdaten wiedergeben (obwohl es dazu auch ganz unten einen Abschnitt mit den wichtigsten Daten gibt), sondern vielmehr auf die Punkte aus dem täglichen Gebrauch eingehen, die mir (besonders) positiv oder negativ aufgefallen sind. Der smart, ein Auto für die Stadt – so suggeriert es zumindest die Werbung. Für ein Fahrzeug, das primär für diesen Einsatzort konzipiert wurde, ist sein Verbrauch (in Relation zu seinem Hubraum) allerdings in eben dieser Domäne nicht sonderlich sparsam. Hier einmal mein realer Verbrauch bei hauptsächlicher Nutzung der Automatik mit den Modellen 1999 und 2000 (vgl. unten). Das Streckenprofil bestand überwiegend aus Stadtfahrten (Kurzstrecken), wobei aufgrund der hügeligen Topologie von Ulm (466 bis 618 ü.n.N.) und der umliegenden Schwäbischen Alb fast permanent Steigungen zu bewältigen waren. Zugegebenermaßen war die Fahrweise auch nicht vorrangig auf einen möglichst geringen Verbrauch ausgelegt, sondern entsprach eher einer solche, wie sie uns das junge Modell aus den ersten Werbespots vormachte
Fazit: bei subjektiv gleichbleibend empfundener Fahrweise unterliegt der Verbrauch Schwankungen von bis zu drei Litern. Auch eine Umstellung der Fahrweise (frühzeitiges, manuelles Schalten) konnte den Verbrauch in keiner nachvollziehbaren Weise beeinflussen; demgegenüber gab es auch Zyklen zügigen Fahrens, die einen geringeren durchschnittlichen Verbrauch zur Folge hatten. Auch konnte ich keine gravierenden Unterschiede zwischen den Stadtfahrten und längeren Überland- bzw. Autobahnfahrten sowie unterschiedlichen Jahreszeiten feststellen.
Das manuelle, oder besser gesagt füßische Kupeln entfällt beim smart, da dies das Auto selbst übernimmt. Dabei handelt es sich jedoch um keine herkömmliche Automatik, wie von einem Mittelklassewagen her bekannt (habe mir sagen lassen, dass die irgendwie hydraulisch mit Schwungrädern funktionieren), sondern um ein automatisiertes, sequentielles 6-Gang Schaltgetriebe. Das langsame Schaltverhalten macht sich insbesondere beim Anfahren in einer intensivierten Form bemerkbar. Dabei wird sehr großer Wert auf das langsame »Kommen-lassen« der Kupplung gelegt – völlig unabhängig von der Intensität, mit der das Gaspedal betätigt wird. Kavalierstarts fallen somit schon von vornherein flach (nicht dass man die auch bräuchte). Kritischer ist dieses Gebahren beim Anfahren am Berg. Hier braucht man eine guter Portion Vertrauen und etwas Abstand nach hinten: dem schnellen Wechseln von der Bremse auf das Gaspedal folgt beim smart-Neuling häufig ein Adrinalinstoß, da der Wagen erst einmal ein Stück rückwärts rollt, bis die Kupplung greift. Wenn sie greift, dann kann das bisweilen auch sehr heftig sein und der Wagen macht einen Satz nach vorne. Die Verantwortlichen bei smart kommentierten damalige Anfragen zu diesem Effekt, dass man ja zum einen die Handbremse hat und zum anderen auch mit dem linken Fuß (der wird ja nicht benötigt) durch die Fußbremse den Wagen so lange halten könnte, bis die Kupplung greift – geändert wird am Getriebe nichts. Mit links zu bremsen ist vielleicht nicht jedermanns Geschmack, obwohl das im Rennsport – und unzweifelhaft fühlt der smart, wie der nächste Abschnitt zeigt, sich in dieser Domäne zu Hause – üblich ist. Auf jedenfall erfordert es eine gewisse Umstellung und Umgewöhnungszeit dem »Kupplungsfuß« das notwendige Feingefühl beizubringen.
![]() Ganz unproblematisch ist die ausschließliche Nutzung der Lenkradschaltung allerdings nicht, denn im Gegensatz zu den Hebeln für Licht und Scheibenwischer drehen sich die Wippen mit dem Lenkrad mit. Gerade in engen Kurven, in denen man die Hände beim Lenken umsetzen muss, weil das Lenkrad mehr als 180° gedreht werden muss, kann beim Neuling dieser Art des Schaltens mitunter schon einmal Verwirrung entstehen: Welche der Wippen befindet sich denn gerade in der Nähe der sonst üblichen Hand für's Herunter- bzw. Heraufschalten? Beim Herausbeschleunigen aus einer engen Kurve ist für den ersten Hochschaltvorgang die Wippe auch häufig noch nicht da, wo man sie eigentlich ergonomisch am günstigsten erwarten würde. Aber das ist schließlich alles eine Frage der Gewönung und letzendlich: man hat ja die Wahl.
Für Kurzurlaube bietet das Gefährt im Innern ausreichend Platz für das Gepäck und zwei Passagiere. Bei längeren Reisen, insbesondere mit Koffern ist der Wagen eher ungeeignet; man bekommt eigentlich nur einen Hartschalenkoffer aufrecht stehend quer rein. Ich selber hatte noch nie Probleme mit dem Transport irgendwelcher Dinge. Das liegt zum einen daran, dass der Laderaum durch seine fast rechteckige Form auch größere Gegenstände aufnehmen kann (man denke an die werbewirksamen sechs Getränkekästen), zum anderen können lange Leisten oder Bretter längs durch das Auto (ggf. bei umgeklapptem Beifahrersitz) bis vorne zur Windschutzscheibe auf das Armaturenbrett gelegt werden. Dadurch können fast die kompletten 2,50 m Wagenlänge ausgenutzt werden. Notfalls kann man bei trockenem Wetter ja auch mit offener Heckklappe fahren.
Überhaupt ist es im Winter recht lustig, da dank innovativer Technologie wie trust plus es vorkommen kann, dass man schon bei geringem Schnee oder Glatteis regungslos am Berg herumsteht und es weder vor noch zurück geht. Verantwortlich dafür ist die smarte Elektronik, die registriert, dass die Reifen durchdrehen (würden) und daraufhin einfach das Getriebe veranlasst, auszukuppeln (bzw. die Kupplung schleifen zu lassen), womit letztendlich gar nichts mehr geht. Prinzipiell ein nicht unvernünftiges Verhalten, obwohl es bisweilen auf glattem Untergrund auch durchaus sinnvoll sein kann, die Reifen etwas durchdrehen zu lassen. Deshalb kann man bei Mercedes eine solche elektronische Hilfe auch manuell abschalten, beim smart sucht man diese Option vergebens. Nach meinem Empfinden wurde deshalb wohl auch nachgebessert, und bei meinem dritten smart setzt das Auskuppeln von trust plus erst etwas später ein. (Mit der Modellpflege 2003 – der sogenannten second generation – wird es allerdings diesbezüglich noch einmal eine Änderung geben: ab dann sind nämlich alle Modelle mit ESP ausgestattet.)
Dahingegen machen sich bei der Fahrt bergauf der Heckantrieb und die Gewichtsverteilung des Wagens positiv bemerkbar. Bergab muss man allerdings umso mehr aufpassen, da das schwere Hinterteil schiebt und der Wagen leicht ins Schleudern kommen kann. Dann hat man eigentlich so gut wie verloren, da aufgrund des geringen Radstandes der Wagen wenn überhaupt, nur sehr schwer wieder einzufangen ist. So kann es auch leicht passieren, dass man mal Bekanntschaft mit einer Leitplanke macht; vgl. Foto.
Beim Eiskratzen erweist sich das kleine Fahrzeug als recht praktisch. Insbesondere die fehlende Motorhaube liefert ihren wesentlichen Beitrag dazu: einfach direkt vor das Auto zwischen die ausgeklappten Scheibenwischer stellen und loslegen. Keine lästigen Verrenkungen um bis zur Mitte der Scheibe vorzudringen; keine schmutzige oder nasse Kleidung mehr vom An-den-Kotflügel-Lehnen. Die Leistung der Heizung ist etwas zu schwach, was bei dem kleinen Hubraum des Motors allerdings nicht sonderlich verwunderlich sein dürfte. Bis zu zwanzig Minuten Autobahnfahrt bei zweithöchster Stufe des Gebläses (Außentemperatur ca. 0 Grad) braucht es schon, bis der Innenraum bei anfänglich ausgekühltem Wagen warm wird (wobei der Begriff »warm« ziemlich subjektiv ist). Dickes Plus konnte ich bei der Sitzheizung verzeichnen; die geht wirklich gut und flott.
¹ Ab der Modellpflege 2002 |
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